25-jähriger Thedinghauser will Straußenfarm ausbauen

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Jan Albert Haake mit einem Jungtier

Pferde, Kühe, Hühner – im Landkreis Verden sind viele Tiere beheimatet. Aber Strauße? Ja, auch die flugunfähigen Vögel haben hier ein Zuhause gefunden – und sind zu einem echten Publikumsmagnet geworden.

Lange Hälse, prächtiges Gefieder und zwei schnelle Füße – so kennt man den Strauß. Er ist der größte lebende Vogel der Erde und eigentlich in Afrika beheimatet. 52 Exemplare  der Gattung „Afrikanischer Blauhals“ wohnen im Landkreis – genauer gesagt auf Werder‘s Straußenfarm.

Deren Inhaber ist Jan Albert Haake. Das Land hat er von seinem Vater geerbt, als er 13 Jahre alt war. Damals war es ein Milchviehbetrieb. „Da konnte ich mir noch nicht vorstellen, in die Landwirtschaft zu gehen“, sagt der 25-Jährige. „Ich habe erstmal eine andere Ausbildung gemacht und das Land verpachtet.“ Die Idee, ausgerechnet Strauße zu halten, kam von einem Freund, der eine Zeit lang in Australien unterwegs gewesen war und die Tiere dort kennengelernt hatte.

40 bis 60 Küken kommen hier im Jahr auf die Welt

Die Jungtiere haben noch ein „kindliches“ Gefieder

Mit zehn Straußen, aufgeteilt in zwei Zuchtpaare, startete Werder‘s Straußenfarm 2009. Der Ideengeber ist jetzt zwar nicht mehr mit dabei, dafür wird Haake von seiner Mutter unterstützt, die das Straußencafé und den Hofladen leitet. Der gelernte Kfz-Mechaniker kümmert sich um die Tiere und die Zucht. „40 bis 60 Küken kommen bei uns in einem guten Jahr auf die Welt“, so Haake.

 Es sollen aber noch mehr werden. Den Hennen die Eier zu „klauen“, ist gar nicht so leicht, denn sie und der Hahn bewachen ihre Nester. Vor allem das Männchen ist respekteinflößend: „Herkules“ ist etwa 2,30 Meter groß und wiegt rund 140 Kilo. Sein lauter Balzruf hat in der Umgebung erst zu Irritationen geführt, bevor Haake die Nachbarn über die Geräusche aufklärte.

Hahn „Herkules“ bekommt Konkurrenz

Hahn Herkules

Der Hahn hat momentan drei Hennen in seinem Gehege: Gretchen, Lischen und Elsbeth. „Wir haben noch einen jüngeren Hahn, der auch bald zur Zucht eingesetzt werden soll“, erklärt der Experte, der ein Straußenzuchtseminar mit Prüfung erfolgreich abgeschlossen hat. Unser Klima macht den Straußen übrigens nichts aus: „Die Vögel sind sehr widerstandsfähig, bis minus 30 Grad ist kein Problem für sie.“ Nur mit Glätte kämen die Tiere nicht gut klar.

Aber nicht nur die Zucht wird vergrößert: „Wir arbeiten daran, aus einer normalen Farm einen Erlebnisbetrieb zu machen.“ Schon jetzt kommen Schulklassen und andere Besuchergruppen zu Haake, buchen eine fachkundige Führung über die Farm, schauen sich die Küken an oder testen diverse Straußenleckereien.

Das Café wird gerade aufwendig umgebaut, und auch andere große Pläne stehen in den Startlöchern: „Wir planen unseren eigenen Schlachthof, um die Tiere vor Ort und ohne unnötigen Transportstress zu schlachten. Außerdem wird die Farm ausgebaut, damit wir Fremdenzimmer als Übernachtungsmöglichkeit anbieten können.“

Die Straußenfarm startet am 26. April in die Saison.

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