Nach der SPD-Wahlschlappe: Bürgermeister Böhrnsen gibt auf

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Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (Foto: Schlie)

Die Bürde war offenbar zu schwer. Bürgermeister Jens Böhrnsen zieht die Konsequenzen aus dem schwachen Ergebnis seiner Partei und macht damit Platz für einen neuen Kandidaten.

Am Montagmittag gab der Bürgermeister – für viele überraschend, für manche nicht – eine Erklärung ab: „Als Spitzenkandidat der SPD übernehme ich selbstverständlich Verantwortung für das enttäuschende Wahlergebnis für meine Partei am 10. Mai 2015″, setzt er darin an. Und dann kommt es: „Ich habe mich daher entschlossen, nicht erneut für das Amt des Bürgermeisters und des Präsidenten des Senats in der neugewählten Bürgerschaft zu kandidieren, damit die SPD durch eine personelle und inhaltliche Neuaufstellung die politischen Weichen für ein besseres Ergebnis bei der nächsten Bürgerschaftswahl 2019 stellen kann.“

Das ist der Rücktritt, in gute Formulierungen verpackt. Schließlich fügt er hinzu: „Ich danke den Wählerinnen und Wählern, die mir über so viele Jahre die Möglichkeit gegeben haben, für Bremen zu arbeiten. Und ich danke meiner Partei für die großartige Unterstützung.“

Böhrnsen ist noch in Berlin

Dass Böhrnsen seinen Rückzug per Erklärung ankündigt, und nicht persönlich, mag etwas befremdlich erscheinen. Allerdings soll er sich gerade in Berlin bei der Bundespartei aufhalten. Am Montagabend will der SPD-Landeschef Dieter Reinken noch eine Erklärung abgeben, nach der Sitzung des Landesvorstandes seiner Partei.

„Die Grünen respektieren die Entscheidung des Bürgermeisters, nicht erneut für dieses Amt zur Verfügung zu stehen“, sagen die Landesvorsitzenden der Grünen, Henrike Müller und Ralph Saxe, in einer gemeinsamen Erklärung. „Die Grünen bedauern diesen Schritt, denn Jens Böhrnsen hat viel für Bremen getan, vor Ort und auf Bundesebene. Wir haben ihn als verlässlichen Partner kennen und schätzen gelernt“.

Der Rückzug von Böhrnsen nötigt auch der CDU Respekt ab. Landeschef Jörg Kastendiek sagt: „Seiner Entscheidung gebührt Respekt.“ Die Sozialdemokraten müssten sich neu sortieren. „Unabhängig davon sind wir für Gespräche offen und stehen bereit für eine Regierungsbeteiligung, um für Bremen und Bremerhaven Verantwortung zu übernehmen. Dabei gilt: nicht dabei sein um jeden Preis, sondern es müssen die Inhalte passen.“

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