Gastronomen aus dem Bremer Viertel „punkten“

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Markierungsarbeiten im Viertel Foto: Schlie

Die Barrierefreiheit ist und bleibt Thema im Bremer Viertel. Um Menschen mit Einschränkungen das Leben zu erleichtern, wurden vergangene Woche Zeichen gesetzt – buchstäblich und sprichwörtlich.

Besagte Zeichen sind Punkte mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern. In Reihe auf die Bürgersteige gesprüht kennzeichnen sie jene Flächen, in der Gastronomen Tische und Stühle aufstellen dürfen. „Es ist und ein großes Anliegen, die Barrierefreiheit im Quartier zu gewährleisten“, betont Ortsamtsleiterin Hellena Harttung. Diese Maßnahme sei eine gute Lösung für alle. „Die Wirtsleute können sich beim Platzieren ihrer Sitzgelegenheiten orientieren, andererseits aber auch in Schranken verwiesen werden, wenn sie die Grenzen überschreiten“, sagt sie. 24 Betriebe bekamen bereits Punkte. Die Meinung der Inhaber ist geteilt.

Meinung der Gastronomen ist geteilt

„Es gab welche, die sich absolut quergestellt haben, andere die es in Ordnung finden und jene, die es eben so hinnehmen“, berichtet Jürgen Frerichs vom Amt für Straßen und Verkehr, der die technische Aufsicht des Projektes hat. Yasemin Dericioglu hat sich mit den Markierungen arrangiert. „Es sieht zwar nicht so schön aus, aber passt schon“, so die Inhaberin des „Vengo“. Aus ihrer Nachbarschaft melden sich sogar Damen zu Wort, die gerne ebenfalls einen amtlich konformen Vorplatz hätten. „Wir wissen nie, ob und wohin wir Ware vor dem Schaufenster aufstellen dürfen“, beklagt eine Händlerin.
Doch die „Linienführung“ komplett durchs Viertel zu ziehen, ist aktuell nicht vorgesehen. Es gilt die Faustregel: Der Bürgersteig muss auf einer Breite von 2,50 Metern. „Nur in Ausnahmen gibt es einen Toleranzspielraum. In einem Fall beispielsweise mussten wir auf 2,10 Meter runter gehen“, stellt Manuela Jagemann, zuständig für die Bereiche Bau und Verkehr im Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt abschließend klar.

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