Ehrenamt statt Ellenbogen für die Feuerwehr

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Jens Dubiel will fürs Ehrenamt begeistern.  Foto: Schlie

Für ein Vierteljahrhundert Engagement wurde er jüngst vom Amtsleiter der Berufsfeuerwehr Bremen geehrt. Im Interview verrät der Seehauser Jens Dubiel, warum die ehrenamtlichen Brandschützer unverzichtbar sind.

Weser Report:  Können Sie sich nach so langer Zeit noch daran erinnern, wie Sie zur Freiwilligen Feuerwehr Seehausen gekommen sind?

Jens Dubiel: Sehr gut sogar. Mein Vater und mein Bruder waren bereits Feuerwehrmänner. Als ich vor der Entscheidung Bundeswehr oder Zivildienst stand, entschied ich mich für zehn Jahre im Katastrophenschutz. Da war der Weg zu unserer Feuerwehr ins Seehausen bereits vorgezeichnet und ich habe mich beworben.

Warum sind Sie länger geblieben, als das erforderliche Jahrzehnt?

Die Feuerwehr ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Zum einen, weil ich gerne Menschen helfe. Ich möchte etwas Sinnvolles für die Allgemeinheit tun. Außerdem finde ich den Zusammenhalt innerhalb der Truppe wichtig und ich liebe die Abwechslung, die die Feuerwehr in mein Leben bringt.

Würde Ihnen ohne ihr Ehrenamt etwas fehlen?

Ganz sicher und ich glaube auch, dass es gut wäre, wenn sich mehr Menschen engagieren würden. Aber es fehlt vielerorts das Bewusstsein für die Bedeutung des Ehrenamtes.

Aber engagieren kann man sich ja vielerorts. Warum sind Sie der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen treu geblieben?

Es ist ganz einfach meine enge Bindung an meinen Heimatort und die gute Zusammenarbeit mit meinen Kameraden. Insbesondere die Führungsebene mit Wehrführer Andreas Schwarz, seinem Stellvertreter Klas Radanke sowie Gerd Heidmann vom Förderverein sorgt immer wieder dafür, dass sich die Menschen gerne bei uns einbringen.

Gibt es seitens der Stadt genügend Wertschätzung für die Ehrenamtlichen?

Da gibt es sicherlich Verbesserungsbedarf. Es ist nicht so, dass die Verantwortlichen in den Ressorts und Behörden uns nicht genügend schätzen, aber es müsste mehr dafür getan werden, weitere Menschen für ehrenamtliches Engagement zu begeistern. Da wird ein riesiges Potenzial nicht ausgeschöpft. Das ist schade.

Feuerwehr ist sicherlich kein ungefährliches Ehrenamt. Gab es schon Einsätze, die Sie an Ihre Grenzen geführt haben?

Sicher, wenn man unter Atemschutz in ein Gebäude geht und einem die brennenden Balken um die Ohren fliegen, ist das schon eine herbe Belastung. Dafür muss man geboren sein. Doch das scheint bei mir zu passen.

Fällt es Ihnen in Seehausen leicht, junge Menschen für die Freiwillige Feuerwehr zu gewinnen?

Wir haben vor rund einem Jahr mit der Jugendfeuerwehr begonnen. Die wurde sehr gut angenommen und die Jugendlichen bleiben uns bislang treu. Sie lernen bei uns aber nicht nur, wie man Feuer bekämpft, sondern auch, dass das Miteinander in der Gesellschaft mehr zählen kann, als spitze Ellenbogen.

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