Stromtankstelle in Stuhr

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Volker Twachtmann und Hans-Jörg Becker (v. l.) vom Verein „Stuhr plus“
am künftigen Standort des „Suntrees“ hinter dem Rathaus Stuhr.
Foto: Füller

Während eines Termins im Bürgerbüro Stuhr Sonne tanken – das geht ab Mitte Juli im wahrsten Sinne des Wortes am Rathaus. Dort wird derzeit vom Verein „Stuhr plus“  ein „Suntree“  für alle Elektrofahrzeug-Fahrer aufgestellt.

 Noch vor den Sommerferien soll es soweit sein: Der „Suntree“ am Stuhrer Rathaus, vor der Feuerwehr Stuhr, wird in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um eine Stromtankstelle – für E-Bikes, -Roller und -Autos. „Fahrer von Elektrofahrzeugen können dann zu den Betriebszeiten kostenlos Strom tanken“, erklärt Hans-Jörg Becker, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „Stuhr plus“.

Bis zu 4.000 Kilowattstunden pro Jahr

 

Dessen Mitglieder hatten das Projekt vor drei Jahren angeregt, als die Kreissparkasse Syke im Rahmen ihres 150-jährigen Bestehens eine Förderung ausgelobt hatte. „Dann hat es etwas gedauert, bis wir eine technische Lösung gefunden hatten, um die Idee in die Praxis umzusetzen. Zunächst musste ein passender Platz gefunden werden und wir mussten selbstverständlich alles im Einklang mit der gültigen Gesetzeslage planen“, so Becker weiter.

Der „Suntree“ ist eine Photovoltaikanlage, die einem Carport ähnelt. Das Dach – aus Solarmodulen – ist mit 30 Grad Neigung gen Süden ausgerichtet. Bis zu sechs kleine Elektrofahrzeuge können dort gleichzeitig Strom tanken, es ist jedoch auch möglich, zwei Elektroautos anzuschließen. „Unter den besten Voraussetzungen erhalten wir rund 4.000 Kilowattstunden im Jahr“, so Becker weiter.

Der überschüssige Strom wird schließlich vom Rathaus und der Feuerwehr genutzt. „Die Inbetriebnahme muss sehr gut organisiert sein, da sowohl das Rathaus als auch die Feuerwehr für kurze Zeit vom Netz genommen werden müssen“, erklärt Volker Twachtmann, Sprecher des Vereins.
Der „Suntree“ ist ein Stuhrer Projekt: Alle beteiligten Firmen sind im Ort ansässig. „Abschließend müssen wir uns noch darum kümmern, dass man die Räder und Roller dort auch anschließen kann“, so Twachtmann weiter.

Elektromobilität in der Gemeinde Stuhr fördern

Gedacht ist der „Suntree“ für die Besucher des Bürgerbüros oder des Rathauses: „Wenn Leute aus den entfernteren Ortsteilen dort Strom für ihr E-Bike bekommen können, fahren sie die Strecke eher mit dem Rad als mit dem Auto. Sie müssen so nicht befürchten, dass der Strom nicht reicht“, so Becker.

Finanziert wird das Projekt von der Kreissparkasse Syke, der Gemeinde Stuhr sowie dem Verein „Stuhr plus“ zu jeweils gleichen Teilen. Insgesamt kostet es 18.000 Euro. „Man muss es als symbolisches Projekt verstehen, wir wollen die Elektromobilität nach vorne bringen und erneuerbare Energien fördern,“ so Twachtmann weiter.
Der Verein „Stuhr plus“ bietet regelmäßig kostenlose Beratungen im Rathaus Stuhr an. Infos dazu unter www.stuhrplus.de

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