Miet-Bienen made in Bremen

Miet-Bienen made in Bremen

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Dieter Schimanski will mit “Bee-Rent” etwas für
das Ökosystem tun.  Fotos: Schlie

Dem weltweiten Bienensterben entgegenwirken, das Ökosystem stärken und dabei das Firmen-Image aufpolieren – Das neue Bremer Unternehmen „Bee-Rent“ ermöglicht all diese Dinge gleichzeitig. Kiloweise kostenloser Honig inklusive.

Ohne Bienen, die Blüten bestäuben, wächst und gedeiht auch bei den Nutzpflanzen nur noch wenig. Der seit Jahren anhaltende Rückgang der Bienenpopulation bereitet deshalb nicht nur Insekten-Freaks, Imkern und Honigliebhabern Kopfschmerzen.

Prof. Thomas Hoffmeister, Insektenforscher von der Universität Bremen, betont: „Die Ursachen des Bienensterbens sind noch nicht abschließend erforscht. Fest steht aber, dass wir auf die Bestäubungsleistung der Bienen aber auch Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge angewiesen sind. Die finden in unserer industrialisierten und zersiedelten Welt immer schwierigere Lebensbedingungen vor. Das ist ein Problem.“

“Wir vermieten Bienenvölker”

Bienen bei der Arbeit.

Doch man könnte es lösen. Davon ist Dieter Schimanski, Gründer der Bremer Firma „Bee-Rent“ überzeugt: „Wir vermieten Bienenvölker an Firmen und Privatpersonen, die etwas für den Erhalt der Biene und des Ökosystems tun möchten.“ „Bee-Rent“ nutzt dann eine geschützte Ecke des Firmen- oder Privatgeländes – beispielsweise das Dach –, um dort Bienenkästen aufzustellen. Anschließend kümmern sich Imker von „Bee-Rent“ regelmäßig um das Wohlbefinden und die Gesundheit der emsigen Bestäuber. „Bee-Rent“ übernimmt obendrein sowohl die Anmeldung der Völker beim Veterinäramt, als auch das Ernten und Verarbeiten des Honigs.

Für das Bienen-Leasing werden monatlich ab 119 Euro fällig. Doch neben dem guten Gefühl, etwas für den Schutz der Bienen getan zu haben, kommen die Kunden auch in den Genuss des süßen Bienen-Produktes. Die Hälfte des erwirtschafteten Honigs erhalten sie kostenlos – und das können leicht zehn Kilogramm pro Volk sein.

 Schmerzhafte Recherche

Die Liebe zu den Bienen wurde Schimanski bereits in die Wiege gelegt: „Mein Vater hatte rund 30 Bienenvölker. Nach einigen Jahren ohne Bienen begann ich mich wieder für das Thema zu interessieren. Mittlerweile habe ich privat 30 Völker mit jeweils rund 50.000 Bienen.“

Dass die dem Menschen zwar indirekt dienlich sind, aber durchaus ihre eigenen Vorstellungen von der Unversehrtheit ihres Wohnraumes haben können, mussten Schimanski und unser Fotograf während der Recherche schmerzlich erkennen.

 Stadthonig genauso rein wie Honig vom Land

Nachdem sie versucht hatten, für das Foto eine Waabe aus einem seiner Stöcke herauszunehmen, reagierten die Insekten stachelig. Im Ergebnis trugen beide Stiche an Ohren und am Hinterkopf davon. Schimanski: „Grundsätzlich ist es aber so, dass heutige Bienen nicht mehr besonders aggressiv sind. Man kann sie ohne weiteres und ohne Beeinträchtigungen für die Nachbarschaft im eigenen Garten halten.“

Übrigens: Die Angst, Stadthonig könnte stärker mit Umweltgiften belastet sein, als Honig vom Land, ist unbegründet, wie Schimanski betont. Honig sei als Nahrung für den Bienen-Nachwuchs gedacht und deshalb ein Nahrungsmittel von höchster Reinheit. Bevor er in der Waabe lande, würde er immer im Körper der Bienen gefiltert. – ganz gleich ob in der Stadt oder auf dem Land.

Infos:www.bee-rent.de

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