Lehmbauwerkstatt im Huchtinger Übergangswohnheim

Von
Claudius Joecke (2. v. l.) mit den Kindern, die an der
Lehmbauwerkstatt im Übergangswohnheim am Wardamm
in Huchting teilnehmen.
Foto: Füller

Ein Nashorn trägt einen Widder, auf dessen Rücken ein junger Elefant thront: In der Lehmbauwerkstatt im ÜWH Wardamm arbeiten Kinder und Erwachsene gemeinsam zum Thema „Bremer Stadtmusikanten“. Im September findet die Abschlusspräsentation statt.

Ursprünglich sollte ein Zebra die anderen Musikanten tragen, „den Plan mussten wir aber wieder ändern. Wegen des hohen Gewichts musste es ein Tier mit dicken Beinen sein“, schmunzelt Claudius Joecke, Kulturpädagoge des Kulturladens Huchting.

Die Einrichtung bietet, gemeinsam mit vielen anderen Institutionen Huchtings, wie etwa der Stadtteilfarm, die Lehmbauwerkstatt auf dem Gelände des Übergangswohnheims (ÜWH) am Wardamm an. „Es hat alles im vergangenen Jahr begonnen, als wir mit den Bewohnern einen Lehm­ofen gebaut haben. Viele von ihnen verbinden mit dem traditionell zubereiten Essen aus einem solchen Ofen Erinnerungen an ihre Heimat“, fährt Joecke fort.

Zwölf Tonnen Lehm verarbeitet

 

Von dem ersten Ofen blieb nach vielen Regengüssen nur der Sockel und die Idee für die Lehmbauwerkstatt. Auf dem Sockel wurde aufgebaut: „Aber nun viel größer. Es hat sich herausgestellt, dass ein großes Backblech hinein passen muss“.

Mit dem Lehmofen verbinden viele
Bewohner Erinnerungen an ihre
Heimat. Foto: Füller

Neben dem Ofen bauen die Teilnehmer – hauptsächlich Kinder – seit rund vier Monaten große Skulpturen aus Lehm. Zunächst werden sie als kleine Modelle vorgefertigt, diese dürfen die Kinder mit nach Hause nehmen. Einmal pro Woche kommt eine Einrichtung oder Schulklasse aus dem Stadtteil zur betreuten Werkstatt, um an den Skulpturen zu arbeiten. „Jede Klasse hat zum Beispiel eines der Tiere ausgesucht. Ganz oben soll jetzt noch eine Kobra drauf“, so Joecke weiter. Insgesamt werden so bis zum Abschluss des Projekts rund zwölf Tonnen Lehm verarbeitet. Die Hälfte ist bereits verbaut.

Beim Matschen entwickeln sich Freundschaften

Ein Nebeneffekt des Projekts ist der intensive Kontakt der Teilnehmer zu den Bewohnern des ÜWH. „Man darf nicht vergessen, dass wir hier Gast sind. Wenn wir uns die Hände waschen wollen oder zur Toilette müssen, dürfen wir die privaten Räume der Familien nutzen. Also muss man sich auch so benehmen, wie man es selbst von einem Gast erwartet“, erklärt Joecke. Inzwischen hätten sich auch Freundschaften entwickelt. „Die Kinder aus dem Wohnheim gehen in Huchting zur Schule und freuen sich, nun auch mal die anderen hier zu haben“, sagt Joecke.

Die Bremer Stdatmusikanten mal anders. Foto: Füller

Zum Abschuss des WiN-geförderten Projekts wird es am 9. September, von 11 bis 18 Uhr, eine große Präsentation auf dem Gelände am Wardamm geben, zu der jeder eingeladen ist. Ebenfalls eingeladen sind weitere Teilnehmer, die an der offenen Gruppe, donnerstags von 11 bis 16 Uhr, nach vorheriger Anmeldung unter der Nummer 57 02 93 oder per Mail an info@kulturladen-huchting.de

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