„Blue Knights“: Aus der Polizeiuniform in die Kutte

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Motorradkorso auf dem Weg nach Bremerhaven. Foto: gwö

Nach Dienstschluss tauscht Gerhard Schulze seine Polizeiuniform gegen eine Lederkutte. „Wir sind die Guten“, sagte er und ließ seine Maschine an. Samstagvormittag brauste er zusammen mit über 250 gleichgesinnten Motorradfahrern von Garlstedt nach Bremerhaven, um sich für eine gute Sache zu engagieren.

„Wir fahren gerne Motorrad“, sagt Gerhard Schulze. Zusammenschlüsse von Bikern, um gemeinsame Ausfahrten zu organisieren, wolle man nicht denen überlassen, die einen schlechten Ruf genießen. Schulze arbeitet bei der Wasserschutzpolizei in Bremerhaven. Zusammen mit knapp 30 anderen Angehörigen aus Berufen staatlicher Exekutivgewalt bildet er den Bremer Ableger der „Blue Knights“.

Polizeibeamte mit Lederwesten und darauf gestickten Emblemen

Am Wochenende beging ihr Chapter den 20. Geburtstag. Gegründet wurde die weltweit operierende Organisation in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort waren die Uniformen der Polizei schon immer blau, so nennt man sich „Blaue Ritter“.

Auf Lederwesten mit gestickten Emblemen, das Bremer Chapter hat dabei eine veränderte Rolandstatue am Revers, das Freiheitssymbol der Hansestadt trägt statt Schwert einen Schraubenschlüssel, wollen auch die in ihrem dienstlichen Umfeld uniformierten Motorradfreunde nicht verzichten.

„99 Prozent aller Motorradfahrer sind ganz normale Leute“

„Wir sind die Guten“, sagt Schulze mit Blick auf manche Motorradgang, die in der Öffentlichkeit negativ auffällt. „Wir wollen zeigen, dass Motorradfahrer zu 99 Prozent ganz normale Leute sind, vor den man keine Angst haben muss und die ganz ordentlich Motorrad fahren wollen.“

Wer bei den „Blue Knights“ aufgenommen werden will,  muss beruflich über das „Festnahmerecht“ verfügen, also Vollzugsbeamte sein. Der Anteil anderer Berufe ist in der Satzung auf maximal zehn Prozent reglementiert. „Feuerwehrleute gehören schon nicht mehr dazu, wir haben heute aber einige als Gäs­te unter uns, die organisieren sich ansonsten gesondert als Red Knights“, erklärt Schulze.

Internationale Treffen und Engagement für soziale Zwecke

Zu ihren Vereinszielen zählen gemeinsame Ausfahrten, internationale Treffen und Aktivitäten zur Fahrsicherheit. Darüber hin­aus engagieren sich die „Blue Knights“ ritterlich, also für soziale Zwecke. Zu ihrer Geburtstagsfeier begrüßte der Motorradclub an diesem Wochenende Gäste aus England, Österreich, Kroatien und der Schweiz.

Seit Freitag bezogen rund 260 Mitglieder verschiedener Chapters Quartier in der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt. Dort startete Sonnabend ein Motorradkorso nach Bremerhaven. 1.250 Euro haben die Mitglieder während ihres Clubtreffens gesammelt und in der Seestadt an die  Opferschutzorganisation „Weißer Ring“ gespendet. „Es wird immer sehr viel über die Täter gesprochen, die Opfer leiden still und leise“, begründet Schulze die Auswahl des Spendenempfängers.

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