Flüchtlinge werden jetzt auch in Schulsporthallen untergebracht

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Erstmals sollen Flüchtlinge in Bremen jetzt auch in aktiv genutzten Schulsporthallen untergebracht werden. Das haben Sozialsenatorin Anja Stahmann und Bildungssenatorin Dr. Claudia Bogedan jetzt bekannt gegeben. Noch am Mittwoch werden die ersten Plätze eingerichtet. Der Schulsport wird eingeschränkt.

120 Plätze in der Sporthalle Roter Sand in Woltmershausen und 50 weitere in den Hallen der Scharnhorst-Kaserne in Huckelriede sollen noch heute eingerichtet werden. Der Turnhallen-Komplex an der Lissaer Straße im Bremer Westen, der von der Gesamtschule West, der Oberschule Ohlenhof und Vereinen genutzt wird, bekommt zurzeit laut einer Pressemitteilung der Senatorinnen  einen Schutzboden für den Hallenboden.

Die eine, vorwiegend für den Vereinssport genutzte, Halle könnte nach aktuellen Plänen nächste Woche bezogen werden, während die hauptsächlich für den Schulsport genutzte Halle weiter für den Unterricht genutzt werden kann. 

Weitere Turnhallen können kurzfristig folgen

„Der Sportunterricht an der GSW, dem Schulzentrum Rübekamp sowie den Oberschulen Ohlenhof und Roter Sand kann überwiegend gewährleistet werden“, so Claudia Bogedan. Trotzdem kann es zu Einschränkungen gerade im Nachmittagsangebot der Schulen kommen. „Wir müssen aber an einem Strang ziehen, um die notwendige humanitäre Hilfe leisten zu können. In meinem Ressort werden nun Lösungswege erarbeitet, die eng mit den Schulleitungen abgestimmt sind.“

„Wir bleiben in den kommenden Tagen aber weiterhin auf kurzfristig umsetzbare Lösungen angewiesen“, sagte Senatorin Stahmann. „Deshalb müssen wir auch weitere Schulturnhallen sehr kurzfristig prüfen.“

Stahmann: „Nie dagewesene Herausforderung“

Laut Sozialsenatorin Stahmann sind in Bremen alle anderen Unterbringungsmöglichkeiten ausgeschöpft. „Zu den Turnhallen gibt es derzeit keine Alternative“, sagt sie. Die Situation an den Grenzen Ungarns, Österreichs, Serbiens und Deutschlands stelle auch Bremen vor eine „nie dagewesene Herausforderung“. Auch sie appelliert an die Solidarität der Bremer, die die Hallen derzeit nutzen. „Im Moment gibt es keine andere Möglichkeit mehr. Wir brauchen die erste Halle noch heute.“

Nach Angaben der Sozialsenatorin steigt die Zahl der Menschen, die in Bremen Zuflucht suchen, derzeit von einem historischen Höchststand zum nächsten. „Wir haben im August rund 1.300 Menschen aufgenommen, Erwachsene, Kinder und unbegleitete Jugendliche. Im September werden es ungefähr 2.000 sein, wenn die Lage sich nicht verändert“, sagte Senatorin Stahmann. „Das sind allein in diesen zwei Monaten 600 mehr Flüchtlinge als im gesamten Jahr 2014.“ Damals waren es rund 2.200 Erwachsene und Familien sowie 500 unbegleitete Minderjährige.

800 weitere Notplätze entstehen in der nahen Zukunft

Nach Behördeninformationen sind allein in den vergangenen drei Wochen 800 Notplätze eingerichtet worden, darunter 290 Plätze in der Scharnhorst-Kaserne, 120 in der Sporthalle im Polizeipräsidium. 800 weitere Notplätze sollen wie folgt entstehen: ein Zelt für 250 Personen, ein winterfestes Zelt für 400 Personen und eine Halle für 130 Personen.

„Das sind alles Plätze, die zu unseren regulären Planungen dazukommen“, sagte die Senatorin. Allein für September werden 550 Plätze eingerichtet – darunter die Containeranlage auf dem Gelände der Kaserne in Huckelriede und das ehemalige Hartmannstift in Vegesack mit zusammen fast 400 Plätzen.

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