Steuerzahlerbund: Zu viele Subventionen für Theaterbesuche

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Der Bund der Steuerzahler – hier seine Schuldenuhr –
kritisiert Kultursubventionen (Foto: BdSt)

Ganze 170,50 Euro an Subventionen kostet ein Theaterbesuch in Bremen, wie der Bund der Steuerzahler mahnt. Die Kostendeckung sei aber nicht nur in Bremen sehr niedrig. Der Verein stilisiert den „Genuss“ von Kultur am Ende zu einer „Gerechtigkeitsfrage“ hoch.

Die „hohe Dauersubventionierung“ der Theater hat der Bund der Steuerzahler in Niedersachsen und Bremen ins Visier genommen. Danach profitierten die beiden Spielstätten in Bremen und Bremerhaven von insgesamt 39,7 Millionen Euro Subventionen. In Niedersachsen flossen insgesamt 156,6 Millionen Euro an Zuschüssen.

„Die Theaterfinanzierung ist eine freiwillige Aufgabe der öffentlichen Hand, die den Steuerzahler nicht unzumutbar belasten darf“, meint der BdSt-Landesvorsitzende Bernhard Zentgraf zu den Zahlen aus der neuesten Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins.

Durch Zusammenschlüsse den Subventionsbedarf drosseln

Auch der öffentliche Kulturbereich müsse sich wirtschaftlichen Anforderungen stellen und durch höhere Entgelte, Kooperationen oder Zusammenschlüsse seinen Subventionsbedarf drosseln. Insgesamt 1,86 Millionen Menschen besuchten 2013/2014 die Aufführungen der bremischen und niedersächsischen Theater.

Das Bremer Theater – das immerhin nationales und internationales Renomee hat – gehöre laut dem Steuerzahlerbund zu den zehn hochsubventioniertesten Spielstätten Deutschlands. Es werde mit 170,50 Euro pro Besuch bezuschusst.

„Den Genuss von der Allgemeinheit bezahlen lassen“

Die Kostendeckungsgrade im Nordwesten bewegten sich im Einzelnen zwischen 10,7 Prozent (Theater Bremen) und 27,6 Prozent (Landesbühne Niedersachsen Nord). Als Rezept empfiehlt der Bund der Steuerzahler, dass die Bühnen untereinander stärker kooperieren sollten.

Zentgrafs provokante These: „Es ist nicht ohne Weiteres einzusehen, dass sich die Theater- und Opernliebhaber ihren Genuss zu einem übergroßen Teil von der Allgemeinheit bezahlen lassen. Das ist auch eine Gerechtigkeitsfrage.“

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