UV-Licht als Keimbarriere im Delmenhorster Wasserwerk

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Torsten Prüß, Dieter Meyer und Simon Kreideweiß von den
Stadtwerken stellten die neue UV-Anlage vor.     Foto: Eckert

Die Stadtwerke Delmenhorst haben die Konsequenzen aus Trinkwasser-Verunreinigung im Januar gezogen. Bevor das Nass aus dem Wasserwerk in Annenheide ins Netz gelangt, läuft es neuerdings durch eine Kammer mit ultraviolettem (UV) Licht. Das soll vor Krankheitserregern schützen.

Durch die UV-Strahlen werden möglicherweise vorhandene Bakterien deaktiviert. Sie können sich nicht mehr vermehren und sind damit ungefährlich. „Es gibt keine Nebenwirkungen und keine geschmacklichen Auswirkungen“, erklärt Dieter Meyer, Prokurist der Stadtwerke Delmenhorst. „Die Kunden werden davon nichts merken“, sagt er. Das ganze sei eine Qualitätssteigerung. Ein Mehr an Sicherheit.

UV-Anlagen gab es auch im Graft-Wasserwerk

Die Technik ist in Delmenhorst nicht neu. Schon im alten Wasserwerk an den Graften hatten die Stadtwerke UV-Anlagen eingebaut, nachdem in Folge einer Überschwemmung Keime in die Brunnen gelangt waren. Für den Standort Annenheide hielt man das seinerzeit nicht für notwendig.  „Wir haben uns relativ sicher gefühlt“, sagt Prokurist Dieter Meyer. Der Vorfall im Januar sei in 40 Jahren einmalig gewesen.

Anfang des Jahres waren bei regelmäßigen Routinekontrollen E.Coli-Bakterien am Wasserwerkeingang festgestellt worden. Als Quelle konnte relativ schnell ein Brunnen im Bereich Stuhr/Heiligenrode identifiziert werden. Vermutlich waren Fäkalien von weidendem Vieh in den Brunnen gespült worden und so ins Wasser gelangt. Um eine Ausbreitung der Keime zu verhindern wurde das Trinkwasser mit Chlor desinfiziert. Für mehrere Tage galt ein Abkochgebot. Die Maßnahmen wirkten. Schon nach wenigen Tagen waren keine Keime mehr nachzuweisen. Um jedes Risiko auszuschließen, hielt man die Chlorung bis Mitte Juni aufrecht. Das Grundstück, auf dem sich der Brunnen befindet, ist inzwischen im Eigentum der Stadtwerke. Vieh darf dort nicht mehr gehalten werden.

Man sei überzeugt, dass es in nächster Zeit keine erneute Verunreinigung eines der sieben Brunnen geben werde, so Meyer. „Das ist aber keine Garantie, dass es in den nächsten 40 Jahren nicht wieder vorkommt“, weiß er. Deshalb nun der Einbau der UV-Anlage für 130.000 Euro als vorsorgliche Barriere für den Fall der Fälle.

Bei Störfall im Netz hilft nur Chlor

Vor einem Störfall innerhalb des 750 Kilometer langen Leitungsnetzes in der Stadt kann die UV-Anlage natürlich nicht schützen. Dagegen helfen nur regelmäßige Kontrollen und notfalls doch wieder Chlor. Auch das Wasser, das die Stadtwerke vom Oldenburgisch-Ostfrisischen Wasserverband (OOWV) zukaufen, etwa ein Fünftel des Gesamtverbrauchs in Delmenhorst, läuft nicht durch den UV-Schutz, da es an anderer Stelle ins Netz eingespeist wird. Allerdings darf man davon ausgehen, dass der OOWV genauso auf die Qualität des Wassers achtet wie die Stadtwerke.

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