Fischesterben in Ritterhude

Von
In Ritterhude sterben die Fische. Foto: WR

Durch eine Panne bei Arbeiten an einem Abflussrohr gelang ein Gemisch in die Beeke: Die Suspension enthielt Anteile von Zement und Flugasche. Dadurch sind viele Fische in dem Ritterhuder Gewässer verendet.

Um die nicht mehr in Betrieb stehende Ablaufleitung zu schließen, wurden auf der Höhe der Straße An der Untermühle in Ritterhude 42 Kubikmeter des oben genannten Stoffgemisches in das Rohr gefüllt. Da das Rohr allerdings undicht war, gelangte so eine bisher unbekannte Menge des Gemisches aus Flüssigkeit und Kalksteinmehl über einen Graben und den Regenwasserkanal in die Ritterhuder Beeke – und nachfolgend in Hamme und Lesum. Der Zulauf wurde mittlerweile abgedichtet.

670 Meter weiße Färbung

 

Zu diesem Zeitpunkt war die Beeke auf einer Länge von etwa 670 Metern von der Straße An der Untermühle bis zur Mündung in die Hamme von dem Gemisch weiß gefärbt. Daraufhin starb laut Polizei ein größere Anzahl von Fischen.

„Laut vorliegender wasserhygienischer Beurteilung des Baustoffs […] gilt der verwendete Baustoff ‚Mixxan 620 B‘ aus wasserhygienischer Sicht als unbedenklich“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Nachdem das Gemisch ausgehärtet ist, gebe er keine Schadstoffe ab. Für Fische und andere Gewässerorganismen sei aber insbesondere das basische Verhalten des Gemisches vor der Aushärtung von Bedeutung. Der pH-Wert beträgt im flüssigen Zustand etwa 11. Dies habe zum  Fischsterben geführt.

Gewässergrund stark verunreinigt

Am Freitag fand ein Ortstermin unter Beteiligung eines Gutachters statt. Der pH-Wert war immer noch leicht erhöht, allerdings unbedenklich, heißt es. Allerdings habe sich auf dem Grund ein durchgehender Belag niedergeschlagen. Dieser Umstand habe laut Gutachten ebenfalls zum Absterben der Bach-Bewohner geführt.

Das Institut entnahm Wasserproben und wird diese auf Schadstoffe untersuchen. Zudem erfolgt in der kommenden Woche eine Bestandsaufnahme der wirbellosen Gewässerorganismen oberhalb der Verunreinigung und im kontaminierten Abschnitt. Nach Vorlage der Ergebnisse wird das weitere Vorgehen zur Sanierung festgelegt.

Zeit der Reaktivierung unklar

Aktuell bestehe allerdings kein weiterer Handlungsbedarf. Wie schnell es gelingt, das Gewässer zu reaktivieren, könne noch nicht abgeschätzt werden. Auf die Gewässer Hamme und Lesum hat die Verunreinigung nach dem derzeitigen Stand aufgrund der starken Verdünnung und der strömungsbedingten Verwirbelungen keine relevanten Auswirkungen.(eb)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner