Krebsgesellschaft diskutiert auf Kongress

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Die Krebsgesellschaft berät zu alten
Krebspatienten. Foto: WR

Jeder vierte Patient mit Dickdarmkrebs ist über 85 Jahre alt. Die meisten von ihnen werden mittlerweile behandelt – erfolgreich. Das geht nur mit interdisziplinärer Medizin und sei auch eine ökonomische Frage, sagen Ärzte und Forscher, die sich beim 14. Bremer Krebskongress mit den besonderen Bedürfnissen von alten und sehr alten Patienten mit Krebserkrankung beschäftigen. Dabei geht es auch um das Thema Sterbehilfe.

„Wir beobachten im Klinikalltag, dass besonders häufig alte Patienten an Krebs erkranken“, sagt Professor Dr. med. Wolfgang Sendt, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Joseph-Stift Bremen und Präsident des Krebskongress.

 

Ganzheitliche Betreuung wichtig

In Zahlen bedeutet das: Jeder vierte der Dickdarmkrebs-Patienten ist über 85 Jahre alt, jeder fünfte der Magenkrebspatienten ebenfalls. „Wir können auch diese sehr alten Menschen mittlerweile durch chirurgische und medikamentöse Behandlung vom Tumor befreien“, sagt Sendt. Wichtig bei dieser Alltagsgruppe sei aber eine ganzheitliche Betreuung mit verschiedenen medizinischen Disziplinen, wie etwa die Mobilisation und Rehabilitation nach der Operation. Das sei neben dem Heilerfolg auch eine wirtschaftliche Frage.

Mit der Frage der Priorisierung im Gesundheitsbereich und der daraus folgenden ethischen und ökonomischen Diskussion setzt sich der Kongress in einem seiner Schwerpunkte auseinander. „Die Frage ist, welchem Patienten mit welcher Therapie geholfen werden kann, wen man noch behandelt und wen nicht“, sagt Sendt. Das sei ein durchaus heikles Thema in der Medizin, aber auch in der Gesellschaft. „Der ökonomische Druck auf Kliniken und Praxen macht diese Debatte notwendig“, so der Mediziner.

 Sterbehilfe auch Thema des Kongress

Wenn Krebspatienten so krank seien, dass sie nicht mehr geheilt werden könnten, komme die Palliativmedizin und mit ihr die Frage der Sterbehilfe ins Spiel. Dazu referierte am Dienstag ein Pater des Pallotiner-Ordens und Ethik-Professor Professor Heribert Niederschlag in seinem Vortrag „Kann man Sterben lernen?“

Der 14. Bremer Krebskongress findet am Mittwoch von 10 bis 20 Uhr im Swissotel Bremen, am Hillmannsplatz statt. Interessierte sind eingeladen.

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