Leben soll jetzt in den leeren Lloydhof einziehen

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Animation des Lloyd Hofes. Grafik: City-Initiative

Das betagte Einkaufszentrum in der City steht noch immer weitgehend leer, sichtbar geschehen ist fast nichts. Doch die ersten Mieter sollen bereit stehen. Der Opposition allerdings dauert das zu lange – der Senat bemühe sich nicht ernsthaft genug.

Im Lloyd Hof herrscht gähnende Leere. Sechs Monate ist es her, dass der Senat eingestehen musste, dass sich die Pläne für ein neues Einkaufszentrum zerschlagen haben, für den der Lloyd Hof eigentlich abgerissen werden sollte.

Seither ist sichtbar kaum etwas passiert in der Einkaufspassage, die  der Stadt gehört und eigentlich eine Zwischennutzung erhalten sollte. Doch hinter den Kulissen soll sich viel tun: „Die Nachfrage ist da, der erste neue Mieter zieht in zwei Wochen ein. Im April wird es richtig losgehen“, sagt Jan-Peter Halves, Geschäftsführer der City-Initiative.

 „Wir sind vom Interesse positiv überrascht“

Erstes neues Geschäft werde ein Laden für junge Mode. Die City-Initiative organisiert auch die neue Ausstattung mit drahtlosem Internet und Sitzmöbeln. „Wir sind von dem Interesse an den Flächen positiv überrascht“, sagt Halves. Er ist überzeugt, dass eine Mischung aus Kunst, Kunsthandwerk, Einzelhandel und Gastronomie den Lloyd-Hof attraktiver macht.

Gähnende Leere herrscht heute im Lloyd Hof. Foto: Schlie

Unterdessen tage eine Expertenrunde, die sich eine dauerhaftere Nutzung des Gebäudes überlege. Auch das Wirtschaftsressort sieht das Projekt im Plan. Im Dezember sei die Deputationsentscheidung getroffen worden, meint Sprecher Holger Bruns, und der Senat habe sich damit befasst. Nach Ostern werde Leben in den Lloyd-Hof kommen.

Die Opposition ist da nicht ganz  überzeugt.  „Es ist leider das bekannte rot-grüne Muster: Auf Versprechungen und große  Ankündigungen folgt nichts“, sagt Jörg Kastendieck, Wirtschaftsexperte der CDU. Er bemängelt, dass noch immer gähnende Leere am Lloyd-Hof herrsche und Rot-Grün eine „Lustlosigkeit“ bei der Innenstadtentwicklung an den Tag lege.

Ablenkungsmanöver statt dauerhafter Lösung?

Für Kastendieck dient der Versuch, Zwischenvermietungen im LloydHof  als perspektivische Lösung zu verkaufen, nur als Ablenkungsmanöver des Senats vom City Center. Tim Alexander Abitzsch, FDP-Geschäftsführer, findet, dem Senat fehle die Ernsthaftigkeit bei diesem Projekt. Grundsätzlich sei das Konzept, dort kleine, kreative Läden anzusiedeln, nicht schlecht – nur es habe sich eben sichtbar bisher nichts getan.

Die Handelskammer begrüßt es, wenn sich dort jetzt Projekte entfalten. Karsten Nowak mahnt: „Das entbindet uns aber nicht von der Aufgabe, die Flächen mit Nachdruck zu vermarkten und eine dauerhafte Perspektive zu schaffen.“

Dazu auch der Kommentar: Der Markt entscheidet.

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