Das Gebäude auf dem ehemaligen BWK-Gelände in Bremen- Blumenthal steht bereits leer. Foto: Waalkes Das Gebäude auf dem ehemaligen BWK-Gelände in Bremen- Blumenthal steht bereits leer. Foto: Waalkes
Wollkämmerei

Kein Museum auf Blumenthaler BWK-Gelände

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Der Förderverein Kämmereimuseum Blumenthal verlässt das ehemalige BWK-Gelände. Vorerst wird es also kein Museum mehr geben. Die Räume stehen bereits leer. Wie die Zukunft aussieht, soll ein neues Nutzungskonzept zeigen.

„Es gibt keine Alternative. Im vergangenen Jahr durften wir für den Tag des offenen Denkmals die Räume zum letzten Mal öffentlich zugänglich machen, das war das Ultimatum des Bauamtes“, erklärt Detlef Gorn, Vorsitzender des Fördervereins Kämmereimuseum Blumenthal. „Wenn das der Status quo ist, müssen wir eben eine andere Form finden, das Material zugänglich zu machen.“

Keine Institution werde investieren

Außerdem werde nach der Schließung des Spicariums in Vegesack keine behördliche Institution in Blumenthal ein neues Museum errichten und finanzieren, so Gorn in einer Mitteilung an die Blumenthaler Beiratsmitglieder. Man sei da ganz realistisch. „Ich habe den Ortspolitikern damit nichts Neues mitgeteilt. Nun werden wir sehen müssen, wie es weiter gehen kann“, sagt Gorn und fügt hinzu: „Wir haben das Ganze nicht für uns gemacht, sondern für Blumenthal. Wir sind nur Dienstleister.“

Kurz vor Weihnachten hatte die Wirtschafstförderung Bremen (WFB) als Eigentümerin der denkmalgeschützten Gebäude dem Verein mitgeteilt, dass nun nach der Heizung auch das Wasser abgestellt werde. „Wir werden die Exponate anderweitig lagern und haben die Räume verlassen“, sagt Gorn. Und auch Andrea Bischoff, Sprecherin der WFB, bestätigt: Die Räume stehen leer.

Nutzungskonzept für die Zukunft

Was künftig dort passiert, wisse man jedoch noch nicht. „Es handelt sich um einen laufenden Prozess. Es soll ein Planungsauftrag erteilt werden. Ein Teil davon wird ein Konzept für eine künftige, wirtschaftlich tragfähige Nutzung sein“, so Bischoff weiter. Auch der Förderverein könne ein solches Konzept vorlegen.

„Der Verein müsste dort die ortsübliche Miete entrichten. Das kann er jedoch nicht leisten. Deshalb versuchen wir seit eineinhalb Jahren, Hilfe von der Kulturbehörde zu erhalten, und das werden wir auch weiter tun“, erklärt Blumenthals Ortsamts­leiter Peter Nowack. Er sei betroffen von der Mitteilung, der Verein wolle sich nun zurück ziehen und hofft, dass die Mitglieder doch am Ball bleiben. „Das Museum gehört auf das Gelände“, so Nowack weiter.

Geplante Sonderausstellung entfällt

Der Förderverein indes könnte sich eine Zwischenzeitnutzung gut vorstellen, um seine jährlichen Sonderausstellungen weiterhin auf dem Gelände zu zeigen. „Dafür muss die hiesige Ortspolitik hinter dem Projekt stehen. Man scheint sich in Bremen sehr schwer damit zu tun, Gebäude in eine rechtlich abgesicherte Zwischennutzung zu überführen“, sagt Gorn. Bereits 2012 habe es eine erfolgreiche Nutzung durch die Zwischen-Zeit-Zentrale gegeben.

Und so werde auch die für 2016 geplante Sonderausstellung zum „Sozialen Gesicht der BWK“ nicht realisiert werden können. „Das ist dem Umstand geschuldet, dass wir für die Vorbereitungen Platz brauchen und nun bereits die Räume verlassen haben.“

Bauliche Auflagen zunächst erfüllen

Bei der WFB geht man davon aus, dass eine Zwischennutzung nicht möglich ist, solange die baulichen Auflagen nicht erfüllt sind. Dabei geht es vor allem um den Brandschutz sowie einen zweiten Notausgang. „Wir werden dort erst sanieren, wenn die endgültige Nutzung klar ist, damit nicht doppelt umgebaut werden muss“, so Bischoff weiter.

Gorn und seine Vereinskollegen sortieren inzwischen ihre Exponate und lagern sie um. „Wir haben zum Glück von Anfang an auf digitale Medien gesetzt. Nun werden wir das Material professionell weiter aufbereiten. Das ist es auch, was die Besucher immer fasziniert hat und worin die Zukunft liegt“, so Gorn weiter. Mit dem „Phone-Guide“ sei ein Anfang für die Zukunft gemacht.

Sorgen macht der Vereinsvorsitzende sich dagegen um das Gebäude: „Wenn es jetzt erstmal leer steht, wird es dem Vandalismus zum Opfer fallen und irgendwann kaputt gehen.“ Einen neuen Interessenten für das Gebäude gibt es noch nicht. Erst wenn eine Sanierung abgeschlossen sei, also auch ein Nutzungskonzept vorliege, folge die weitere Vermarktung, heißt es bei der WFB. „Der Bebauungsplan sieht derzeit Gewerbe vor“, so Bischoff.

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