Delmenhorster Rat soll im Februar Dezernenten wählen

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Oberbürgermeister Axel Jahnz ist nach dem Ausscheiden von
Erstem Stadtrat und Stadträtin im Verwaltungsvorstand seit
Monaten auf sich allein gestellt.                                     Foto: gri

Nach Monaten der „Alleinherrschaft“ sehnt sich Delmenhorsts Oberbürgermeister Axel Jahnz nach Verstärkungen für die Verwaltungsspitze der 80.000-Einwohner-Stadt. Fünf Personen sind noch im Rennen um die Stelle als Erster Stadtrat/Erste Stadträtin. Zwei stehen noch auf der Kandidatenliste für den Stadtbaurat/Stadtbaurätin. Nun kommt es darauf an, ob die Einigung mit der Politik funktioniert.

Das Vorschlagsrecht für die Besetzung der beiden Stellen liegt beim Oberbürgermeister. Da die beiden Dezernenten jedoch vom Rat gewählt werden, ist Axel Jahnz darauf angewiesen, mehrheitsfähige Kandidaten zu präsentieren.
Bereits in die Vorauswahl seien daher die Fraktionen eingebunden gewesen, erklärte Jahnz am Donnerstag. „Das kann man nicht im Blindflug machen. Ich werde keinen Bewerber an die Wand fahren lassen“, sagt er. Soll bedeuten: Der OB will nur Kandidaten vorschlagen, bei denen er sich der Zustimmung des Rates sicher ist.

Wahl ist für den 11. Februar geplant

Die eigentliche Wahl ist für Donnerstag, 11. Februar, vorgesehen. Für diesen Termin war eine Sitzung des Sozialausschusses geplant, nun soll stattdessen der Rat zusammentreten. Wunschvorstellung von Jahnz ist, dass sich in der öffentlichen Sitzung dann jeweils nur ein Kandidat oder Kandidatin präsentiert. Denkbar ist allerdings auch, dass sich mehrere Bewerber öffentlich präsentieren – sollten sich Jahnz und die Fraktionen bis dahin nicht auf eine Auswahl verständigt haben.
Zuvor sollen sich die Bewerberinnen und Bewerber am 8. Februar in nichtöffentlicher Sitzung den Fraktionen vorstellen. Der Verwaltungsausschuss trifft sich dann am 10. Februar zur Vorberatung.

Verwaltungsvorstand als Ein-Mann-Unternehmen

Jahnz machte zum wiederholten Mal deutlich, dass er sich endlich Verstärkung im seit Sommer zum Ein-Mann-Unternehmen geschrumpften Verwaltungsvorstand herbei sehnt. „Ich arbeite fast neun Monate allein“, rechnete Jahnz vor. Gerd Linderkamp als Erster Stadtrat und Vertreter des OB hatte Anfang Juli offiziell seinen letzten Arbeitstag, war aufgrund von Resturlaub seit Mai aber nur noch sporadisch im Rathaus gewesen. Stadträtin Barbara Bartels-Leipold war Ende Juli verabschiedet worden.
Deshalb ist Jahnz nach eigenen Angaben derzeit beispielsweise Mitglied in 35 Aufsichtsräten. „Ich bin gegen Ämterhäufung, habe aber derzeit keine andere Wahl“, sagte er. Allerdings nehme er nicht jede Sitzung persönlich wahr, sondern lasse sich von Verwaltungsmitarbeitern vertreten.
Wie genau die Geschäftsverteilung künftig aussehen soll, wollte der Hauptverwaltungsbeamte noch nicht skizzieren. Das sei auch davon abhängig, wie die Stellen letztlich besetzt würden.  Um das Thema Flüchtlinge jedenfalls wolle er sich weiterhin, kündigte Jahnz an.

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