Radfahrer unterwegs an der Straße Fahrradfahrer unterwegs in Delmenhorst Foto: DR
Fahrradfahren

Expressrouten für Delmenhorster Radfahrer geplant

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Zehn schnelle Strecken für Pedalritter empfiehlt der Verkehrsentwicklungsplan für Delmenhorst. Die Verwaltung möchte mit der Umsetzung der beiden ersten Routen beginnen. Doch die Politik zögert noch.

Knapp ein Viertel aller innerstädtischen Wege legen die Delmenhorster mit dem Rad zurück. Das ist nach Ansicht von Hendrik Abramowski, Leiter des Fachdienstes Verkehr der Stadtverwaltung,  eine gute Grundlage, um die Radnutzung in der Stadt zu intensivieren. Das ist wünschenswert, um die Straßen zu entlasten und die Klimabilanz zu verbessern.

„Es geht um die Alltagsmoblität und ausdrücklich nicht um touristische Routen“, verdeutlichte Abramowski auf der Sitzung des Planungsausschusses in dieser Woche. Überschneidungen mit touristischen Routen, wie sie vom Kommunalverbund gefördert werden, seien aber möglich.

Fahrradstraßen als bevorzugtes Mittel

Konkret geplant ist, im Stadtgebiet ein Netz aus zehn Strecken auszuweisen, auf denen die Radfahrer bevorrechtigt von A nach B kommen. Bevorzugtes Mittel dafür ist die Ausweisung von Fahrradstraßen. Diese dürfen zwar von Autos benutzt werden, diese müssen sich jedoch den Zweirädern unterordnen.

„Außerdem ist eine Änderung der Vorfahrt notwendig“, erklärte der Verkehrsexperte. Wie bei einer Hauptverkehrsstraße für Autos würde die Fahrradroute  zu einer Vorfahrtstraße erklärt. Dazu reichen neue Beschilderungen und Markierungen auf der Fahrbahn, was mit relativ geringen finanziellen Mittel zu machen ist.

Geld für Route 1 im Budget vorhanden

Im Fall der Route 1 (Deichhorst -Innenstadt), die sich von der Groninger Straße bis zum Hans-Böckler-Platz durchziehen soll, veranschlagt die Verwaltung 28.000 Euro. Diese könnten aus dem Budget des Baubetriebshofes bestritten werden.

Schwierig wird es immer dort, wo wichtige Straßen für den motorisierten Verkehr und die vorgesehenen „Fahrrad-Autobahnen“ sich kreuzen. Im Fall der Route 1 wäre das an der Brauenkamper Straße und am Burggrafendamm der Fall.

Dort wären größere bauliche Maßnahmen erforderlich, die in der Kalkulation nicht enthalten sind. „Diese Maßnahmen sollen erst in einem zweiten Schritt nach Evaluation der Route ausgewählt und umgesetzt werden“, erklärt Abramowski.

Politik hat noch Detailfragen

Während die Route 1 noch in diesem Jahr umgesetzt werden könnte, soll die als nächstes geplante Route 6 (Bahnhof – Heidkrug – Varrelgraben) frühestens 2017 verwirklicht werden, da die Bereitstellung von Haushaltsmitteln in Höhe von 43.400 Euro erforderlich ist.

Da aus Sicht der Politik noch einige Detailfragen zu klären sind, stellte sie die Beschlussfassung zu beiden Routen bis zur nächsten Sitzung des Planungsausschusses zurück. Einstimmig beschlossen wurde hingegen die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen /Bremen e.V.

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