In der Grundschule Landskronastraße darf musiziert werden. Sogar Ortsamtsleiter Florian Boehle (Mitte, im Anzug) durfte mitklimpern. Foto: Füller
Schlagzeug und Co.

In dieser Schule ist laut sein ausdrücklich erlaubt

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Mit der Schule an der Landskronastraße haben die Bremer Philharmoniker jüngst ihre dritte Musikwerkstatt eröffnet. Dort können Kids ab April mächtig Lärm machen: mit Sticks, Tomtoms und internationalen Instrumenten.

„In jeder Kultur gibt es Schlaginstrumente. Rhythmus liegt dem Mensch im Blut, er ist in uns verankert. Seinen Ursprung hat der Rhythmus im menschlichen Herzschlag, den das Ungeborene bereits im Mutterleib hört“, sagte Marko Gartelmann, Projektleiter für Musikvermittlung bei den Bremer Philharmonikern, die die Musikwerkstatt in Marßel verantworten.

Rhythmus wird in der Schule an der Landskronastraße ab April erfahrbar und erspürbar. Dort haben die Bremer Philharmoniker schon ihre dritte Musikwerkstatt eingerichtet. Bereits seit 2006 zieht das Konzept jährlich mehr als 15.000 Kinder und Jugendliche in die Musikwerkstatt in Findorff.

Orchester ergänzt Musikwerkstatt

Aufgrund der großen Nachfrage wurde im Herbst 2015 eine Dependance in Bremen-Nord eröffnet. Ab April 2016 ergänzt das Orchester in Kooperation mit der Schule in Marßel die dortigen Angebote durch eine dritte Einrichtung, in der Percussion-Instrumente aus verschiedenen Kulturkreisen vorgestellt werden: „Percussionwelten“.

Das Angebot richtet sich an Schüler aus dem gesamten Stadtbereich sowie aus dem Umland. Die Kinder und Jugendlichen spielen beispielsweise auf traditionellen indonesischen Instrumenten. Ein ganzes „Gamelanorchester“ ist in einem der drei Räume aufgebaut.

Ohne Vorkenntnisse musizieren

Die Schüler beginnen in den Workshops mit Rhythmusübungen mit Sticks und Tomtoms. Danach verlassen sie den westlichen Kulturkreis und tauchen ein in die indonesische Kultur mit ihrer ganz eigenen Klangwelt ein. „Weder ethnische Herkunft noch Religionszugehörigkeiten spielen eine Rolle, es kommen Kinder zusammen in dem sie – zumeist ohne jegliche Vorkenntnisse – gemeinsam musizieren“, so Gartelmann weiter.

„In dieser Musikwerkstatt begegnen sich verschiedene Kulturkreise auf Augenhöhe. Sie bietet ein anschauliches Beispiel dafür, wie Integration mit Hilfe von Musik funktionieren kann“, so Christian Kötter-Lixfeld, Orchesterintendant der Bremer Philharmoniker.

Zahlreiche Unterstützer an Bord

Möglich geworden war die Umsetzung der Musikwerkstatt mithilfe zahlreicher Unterstützer: Der Freundeskreis der Bremer Philharmoniker „prophil e.V.“ unterstützte ebenso wie die Senatorin für Bildung und die Senator für Kultur. Zudem sorgten die Gewoba und die Brebau für die Herrichtung der Räume und deren Umbau.

Die Schulleitung selbst engagierte sich für die Dauerleihgabe der Gamelaninstrumente aus dem Übersee-Museum. Führungen durch die „Percussionwelten“ sind ab sofort für Schulklassen unter 626 73 14 buchbar. Das Konzept richtet sich an dritte bis sechste Klassen, kann jedoch auch für höhere Klassen angeboten werden.

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