Mitglieder des Arbeitskreises Sauberes Delmenhorst stöbern im Müll im Wollepark. Wilde Müllkippe im Delmenhorster Wollepark. Foto: Konczak
Wollepark

Maßnahmen gegen Müll im Wollepark gefordert

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Hinter den Blöcken 11 und 12 zeigt sich der Wollepark in Delmenhorst von seiner hässlichsten Seite. So kann es nicht weitergehen, meint der Arbeitskreis Sauberes Delmenhorst und fordert notfalls Zwangsmaßnahmen.

Dem Arbeitskreis sind die Zustände dort schon lange ein Dorn im Auge. Bei einer Ortsbegehung am Freitag zeigten sich die Aktivisten schockiert: Müllsäcke, Essensreste, ein abgemeldetes Auto.

Vor dem Hauseingang stehen Einkaufswagen. Ein paar Meter weiter ein bizarres „Kunstwerk“: In einem großen Baum hängen Müllsäcke und Kleidungsstücke – offenbar sind die Sachen im Geäst hängen geblieben, als sie Jemand aus dem Fenster geworfen hat.

Enten essen Nudeln vom Autodach

Das kommt angeblich öfter vor. „Ich hatte hier mein Auto stehen“, berichtet ein Wohnungseigentümer, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Da haben die Enten dann die Nudeln vom Dach gegessen.“

Der Berliner hat die Wohnung vor 15 Jahren als Geldanlage gekauft. „Damals war das wirklich ganz schön hier“, erinnert er sich. Seit anderhalb Monaten wohnt er nun selbst im Wollepark. Zuvor habe er eine Mietnomadin vertreiben müssen. Jetzt richte er die Wohnung wieder her.

Fahrstuhl und Heizung funktionieren nicht

Doch er ist sich nicht sicher, ob er sie wirklich behalten will. „Vielleicht stoße ich sie für einen Euro ab“, sagt er. Grund: Rund 300 Euro Nebenkosten zahlt er nach eigenen Angaben jeden Monat, doch der Fahrstuhl sei kaputt und die Heizung funktioniere nicht. „Ich zahle 300 Euro für nichts“, meint er.

Immerhin: „Der neue Verwalter gibt sich Mühe“, konstatiert er. Dieser habe erst kürzlich einen großen Container Müll abfahren lassen.

Arbeitskreis verzweifelt wegen der Zustände im Wollepark

„Wir verzweifeln wegen der Zustände, die wir seit Jahren beobachten“, erklärt Prof. Dr. Gerd Turowski vom Arbeitskreis Sauberes Delmenhorst. „Wenn der Müll vom Balkon fliegt, müssen die Vermieter dafür sorgen, dass er entsorgt wird“, fordert er.

Notfalls müsse die Stadt selber eingreifen und die Kosten den Eigentümern in Rechnung stellen. Wenn die dann nicht zahlten, könne man eine Zwangsversteigerung erwirken. Turowski regt außerdem an, städtebauliche Mittel anzuwenden, etwa ein Modernisierungsgebot, um bauliche Missstände zu beseitigen.

Ratsherr Henning Suhrkamp (parteilos), der nach eigenen Angaben bei einer Vorbesichtigung des Ortes eine Ratte gesichtet hat,  stellte nach der Begehung des Arbeitskreises eine Anfrage an die Stadtverwaltung. Er möchte wissen, ob Zwangsmaßnahmen ergriffen werden oder ob es eine andere Strategie gegen die Vermüllung gibt.

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