David Gutfleisch, Felix Ernst David Gutfleisch und Felix Ernst spielen auf ihren Instrumenten
Oscar Gewinner

Was zwei Bremer mit Leos Oscar zu tun haben

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Zwei Bremer Studenten haben bei der Filmmusik des oscarprämierten Film "The Revenant" mit Leonaordo DiCaprio mitgewirkt. Erst kurz vor den Aufnahmen wurde den beiden klar, für welchen Film sie musizieren.

Eindrucksvoll hat sich Leonardo DiCaprio durch den Hollywood-Streifen „The Revenant“ gelitten – und dafür seinen ersten Oscar gewonnen. Dass nicht nur das Publikum, sondern auch die Jury der Academy davon beeindruckt waren, hat er auch zwei Bremer Studenten zu verdanken.

David Gutfleisch und Felix Ernst haben nämlich bei der Filmmusik des Blockbusters mitgewirkt. Eindrucksvolle Trommelklänge untermalen die Geschichte des Trappers Hugh Glass (Leonardo DiCaprio), der mitten in den Wäldern Nordamerikas nach einem Angriff von Ureinwohnern auch noch in einem Kampf mit einem Grizzlybären schwer verletzt wird.

Sie wussten nicht, um welchen Streifen es sich dreht

Für die Trommelklänge mitverantwortlich sind zwei Bremer. David Gutfleisch und Felix Ernst studieren an der Hochschule für Künste Pauken und Schlagzeug. Außerdem sind sie Mitglieder im Lüneburger „Frantic Percussion Ensemble“. Als die Gruppe angefragt wurde, in einem Hamburger Tonstudio Filmmusik aufzunehmen, wussten die Musiker noch nicht, um welchen Streifen es dabei überhaupt geht.

Erst kurz vor den Aufnahmen wurde klar: Die Bremer und ihre Kollegen sollen Musik des japanischen Star-Komponisten und Produzenten Ryuichi Sakamoto einspielen – und zwar für den Oscar-Favoriten schlechthin. Sakamoto war über YouTube-Video aus den experimentellen Charme des Percussion-Ensembles aufmerksam geworden.

„Da wir ja nicht wussten, was uns genau erwartet, hatten wir einfach mal alles eingepackt, worauf sich schlagen und Musik machen lässt“, erinnert sich Musikstudent David Gutfleisch: Tom-Toms, Becken und chinesische Trommeln, aber auch Triangeln, Rasseln und Glocken und vom „Frantic Percussion Ensemble“ eigens entwickelte Instrument-Konstruktionen.

Das Ensemble spielte, bis die Finger wund waren

„Für die Untermalung der verschiedenen Kampf- und Verfolgungsszenen bekamen wir ein paar Regieanweisungen aus dem Film und grobe Vorgaben bezogen auf die Wahl der Instrumente, der Tempi oder der Taktarten, die wir künstlerisch umgesetzt haben.“ Gut eine Woche lang haben die Schlagzeuger im Studio an der musikalischen Dramaturgie einiger Szenen gearbeitet und dabei auch mit Stricknadeln und Stühlen auf die Studiowand getrommelt oder mit einem Flummiball auf einer Trommel das unheilvolle Grollen des düsteren Films erzeugt.

Nicht nur klanglich eine Herausforderung: „Wir haben sehr viel experimentiert und versucht, über Stunden so energiegeladen und treibend wie möglich zu spielen – zum Teil bis die Finger wund waren“, sagt Felix Ernst. Nie zuvor habe sich der Student so sehr ins Zeug gelegt wie für diese Aufnahmen.

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