Franck Ribery (r.) lässt Theo Gebre Selassie ins Leere laufen. Auch Werders Rechtsverteidiger ging im Angriffswirbel der Bayern unter. Foto: Nordphoto Werder-Torwart Felix Wiedwald (M.) schreit seinen Frust nach dem vierten Treffer der Bayern heraus. Foto: Nordphoto
Werder Bremen

0:5 – Werder geht kläglich beim FC Bayern unter

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Ängstlich, mutlos, teilweise dilettantisch – Werder präsentierte sich gegen die Bayern wie das Kaninchen vor der Schlange und hatte letztendlich Glück, dass es „nur“ 0:5 ausging.

Dass Werder beim FC Bayern verliert, ist nun wahrlich keine Überraschung. Aber dass die Grün-Weißen derart chancenlos sind und sich – bis auf wenige Ausnahmen – so fügsam vom Rekordmeister vorführen lassen, wie gestern bei der 0:5-Niederlage, legt schon die Vermutung nahe, dass die Gäste von Anfang an nicht an ihre Chance geglaubt haben. und es eigentlich nur um Schadensbegrenzung ging.

Dafür spricht natürlich auch die Tatsache, dass sich Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz zuvor die fünfte, beziehungsweise zehnte Gelbe Karte abgeholt hatten. Ganz nach dem Motto: In München gibt es ja eh nichts zu holen.

Werder ohne vier Leistungsträger

Neben den Sperren von Junuzovic und Fritz fielen auch noch Claudio Pizarro (Adduktoren) und Fin Bartels (Erkältung) aus. Dadurch stellte sich die Mannschaft quasi selbst auf: Milos Veljkovic kam nach zwei Jokereinsätzeb zu seinem Startdebüt. Außerdem rückten Sambou Yatabare, Anthony Ujah und Alejandro Galvez in die Anfangsformation.

Drei Innenverteidiger, ein defensiv ausgerichtetes Mittelfeld – Werder wollte so kompakt wie möglich stehen und selbst Nadelstiche setzen. Die Bayern machten allerdings von Beginn an klar, dass sie sich an diesem Abend keine Blöße geben würden, wie zuletzt bei der 1:2-Heimniederlage gegen Mainz. Die hochkonzentrierte Anfangsphase des Rekordmeisters schlug mit dem frühen Treffer durch Thiago zu Buche.

Schadensbegrenzung klappte nicht

Auch nach dem Tor ging es mit dem Einbahnstraßenfußball weiter. Die Angriffswellen der Bayern rollten im Minutentakt auf das Werder-Tor zu. Oft über die rechte Seite der Münchner, wo Kingsley Coman mit Santiago Garcia anstellen konnte, was er wollte. Auch der zweite Treffer der Gastgeber, diesmal durch Thomas Müller, wurde vom jungen Franzosen über den Flügel vorbereitet.

Werder war auch danach weiterhin ausschließlich auf Schadensbegrenzung aus. Die Wechsel nach dem Seitenwechsel änderten rein gar nichts am schwachen Bild, das die Bremer abgaben. Im Verlauf der zweiten Halbzeit nahmen die Bayern etwas Tempo aus dem Spiel, griffen nun nicht mehr ganz so zwingend an.

Es reichte aber immer noch, um die ängstlichen Gäste komplett zu dominieren und in der Schlussphase, ein auch in dieser Höhe verdientes Ergebnis zu erzielen.

Die Höhepunkte:

2. Minute: Erster Abschluss der Gastgeber. Den Schuss von Coman klärt Wiedwald mit dem Fuß.
7.: Nach Ecke von Grillitsch gewinnt Vestergaards das Luftduell. Sein Kopfball geht aber direkt auf Neuer, der keine Probleme hat.
9.: 0:1 – Coman flankt von rechts. In der Mitte ist Thiago schneller als Galvez und trifft aus fünf Metern.
24.: Gute Parade von Wiedwald, der den Schuss von Götze aus 14 Metern zur Ecke klärt.
31.: 0:2  – Coman lässt mal wieder Garcia stehen. Seine Hereingabe verwandelt Müller artistisch.
48: Thiago zirkelt den Ball aus 18 Metern an die Querlatte.
57.: Der gerade eingewechselte Rode zielt aus 16 Metern knapp über die Latte.
61.: Lahm spielt Coman im Strafraum frei. Dessen Schuss geht direkt auf Wiedwald, der mit dem Fuß klärt.
66.: 0:3 – Ribery hämmert eine Ecke von Thiago aus 18 Metern volley aufs Tor. Wiedwald ist mit den Fäuste da, aber Müller verwandelt den Abpraller direkt.
86.: 0:4 – Lewandowski erläuft einen Rückpass von Galvez und schiebt den Ball unter Wiedwald durch.
89.: Alaba trifft aus 20 Metern den Pfosten.
90.: 0:5 – Coman lässt U. Garcia stehen, legt auf Thiago, der aus fünf Metern einschiebt.

Die Noten:

Felix Wiedwald 3

Theodor Gebre Selassie 4

Alejandro Galvez 6

Papy Djilobodji 4

Santiago Garcia 6

Jannik Vestergaard 4

Florian Grillitsch 6

Milos Veljkovic 6

Levin Öztunali 5

Samboe Yatabare 3

Anthony Ujah 5

Eingewechselt:
46.: Laszlo Kleinheisler (5) für Milos Veljkovic
46.: Melvyn Lorenzen (5) für Levin Öztunali
76.: Ulisses Garcia (–) für Santiago Garcia

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