Informationsstand der AfD in einer Fußgängerzone Foto: Ziko van Dijk / Wikipedia Informationsstand der AfD in einer Fußgängerzone Foto: Ziko van Dijk / Wikipedia
Verden

Die AfD will künftig mehr „auf die Straße“ gehen

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Mehrere Veranstaltungen der "Alternative für Deutschland" mussten ausfallen, da Gastronomen in Verden reservierte Räumlichkeiten kurzfristig wieder abgesagt haben. Vorangegangen waren massive Proteste in sozialen Medien.

Ein eigentlich für die vergangene Woche geplanter Bürgerdialog des AfD-Kreisverbands Osterholz/Verden fiel kurzfristig ins Wasser. Es war nur eine von drei Veranstaltungen in jüngster Zeit, die die Alternative für Deutschland nicht hatte durchführen können.

Was geschehen war: Die Partei hatte zunächst einen Raum in einem Verdener Gastronomiebetrieb angemietet. Aufgrund „einiger Anschreiben von Stammgästen, die nicht gut fanden, dass wir denen ein Forum bieten“, so der Gastwirt, der namentlich nicht genannt werden will, habe man sich dann aber entschieden, der AfD abzusagen. Zudem fürchtete der Wirt Proteste vor seinem Haus.

Kurzfristig fand die Partei ein Lokal zum Ausweichen – wieder in Verden. Doch nachdem sie den neuen Termin auf ihrer Homepage veröffentlicht hatte, kam es über den Facebook-Auftritt des neuen Gastgebers ebenfalls zum Protest: „Wer in einem Gasthaus der AfD Platz für deren Hetze gibt, der zeigt, wie gastfreundlich der Gastwirt ist“ oder „Mit Rassisten speisen ist nicht lecker“ lauteten zwei der noch freundlicheren Kommentare; damit einher gingen niedrigste Bewertungen für das Gasthaus.

Freese: „Kleine Gruppe von Aktivisten“

Auch dieser Gastwirt entschied sich daher „vorsichtshalber“ für einen Rückzug. Zum Zeitpunkt der Anmeldung durch die Partei will sich der Wirt (Name ist der Redaktion ebenfalls bekannt) über die Folgen des AfD-Meetings noch „keinen Kopf gemacht“ haben.

AfD-Kreisverbands-Vorsitzender Thorben Freese sieht hinter den Protesten gegen die Wirte  und seine Partei eine „kleine Gruppe von Aktivisten“, die das Bewertungstool des sozialen Netzwerks missbraucht hätten – zumal nach der Absage seiner Veranstaltung wieder positive Bewertungen für die Gasthäuser erfolgt seien. Er beklagt, dass seine Partei dadurch daran gehindert werde, „die Bürger über Standpunkte, Ziele und Programm“ der Partei zu informieren.

Facebook-Nutzer erfreut über Absage an AfD

„Das ist nicht das, was man sich für das Land wünscht, in dem man lebt“, sagt er. Als Reaktion werde die AfD „auf die Straße gehen“ – mit mehr Infoständen in Fußgängerzonen, vor allem in Verden. Hinter den Facebook-Protesten vermutet Freese die Antifa und die Initiative „Verden hilft“.

Sascha Kühne, Vorstandsmitglied von „Verden hilft“, stellt klar: „Von uns wurden keine gezielten Aktionen gegen die AfD unternommen“. Ein beteilligter Facebook-Nutzer, der anonym bleiben möchte, äußerte sich auf Nachfrage „definitiv erfreut“ darüber, dass die Wirte der AfD eine Absage erteilt haben: „Es ist gut, dass einige ihre Stimme erhoben haben. Vielen ist nicht bewusst, was die AfD alles tut.“

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