Vertreter von Landkreis und Polizei präsentieren Statistiken zu den Unfällen 2015 Polizei- und Landkreisvertreter bei der Bekanntgabe der Unfallstatistik Foto: Sieler
Wild

643 Unfälle durch Wildwechsel im Landkreis Verden

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4.115 Verkehrsunfälle haben sich im Landkreis Verden im Jahr 2015 ereignet. Die Anzahl der Unfälle mit schweren Folgen nahm ab – doch Vergehen mit Drogen und Alkohol bleiben im Straßenverkehr ein Problem.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz diese Woche Polizei- und Landkreisvertreter die Verkehrsunfallstatistik 2015 für den Landkreis präsentiert. Die 4.115 erfassten Unfälle bedeuten kreisweit ein Anstieg um 2,88 Prozent zum Vorjahr. Auf Landesebene betrug der Anstieg 4,39 Prozent. Auch die Anzahl der Fahrzeuge stieg parallel an: Annähernd drei von vier Einwohnern haben ein Auto angemeldet, das sind 8.200 Fahrzeuge mehr als noch im Jahr 2008.

Einen „absoluten Tiefstand“, sagt Uwe Jordan, weist die Anzahl der Verkehrstoten auf – im vergangenen Jahr waren es drei. Doch „jeder Verkehrstote ist einer zuviel“, so der Leiter der Polizeiinspektion Verden/Osterholz. In allen drei Fällen sind die Autofahrer aus unbekannter Ursache außerorts von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt.

Auf den Straßen Niedersachsens verloren 457 Menschen ihr Leben. Unfälle mit Schwerverletzten sind marginal zurückgegangen – um einen Fall auf 112.

Unfälle an A27-Ausfahrt reduziert

Die Häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr sind Wildwechsel (643 Fälle), gefolgt von Wendemanövern und Rückwärtsfahren (544) sowie zu dichtes Auffahren (438). Eine besondere Unfall-Gefahrenstelle konnte durch Hinweisschilder entschärft werden: Waren an der A27-Ausfahrt Achim-Nord in den Vorjahren häufig querende Fahrradfahrer übersehen worden, so gehen die Unfälle dort mittlerweile „nahezu gegen Null“, wie Polizeihauptkommissar Marcus Neumann berichtete.

Bei Wildunfällen war nach der Zeitumstellung kurzzeitig eine Häufung zu verzeichnen, so Neumann, da der Berufsverkehr in die Phase des stärkeren Wildwechsels fällt.

Trunkenheit und Drogen im Straßenverkehr stellen für die Beamten weiterhin ein Problem dar. 160 Personen unter Alkoholeinfluss sind der Polizei im vergangenen Jahr ins Netz gegangen, 54 Unfälle gehen zudem auf das Konto alkoholisierter Fahrer.

Autofahrer mit Cannabis und Kokain erwischt

Der Missbrauch illegaler Drogen – hauptsächlich Cannabis und Kokain – konnte 130 Fahrern nachgewiesen werden, sieben Unfälle wurden berauscht verursacht. Erst vor wenigen Tagen wurden bei einer Kontrolle in Achim bei zehn von 171 kontrollierten Fahrern  illegale Drogen nachgewiesen. Jordan geht generell von einer hohen Dunkelziffer aus.

In Kooperation in unterschiedlichen Projekten sind die Polizeiinspektion und die Kreisverwaltung darum bemüht, den Straßenverkehr sicherer zu machen. Neben einem Fahrschulprojekt und einem Fahrsicherheitstraining für Anfänger soll an zwei Terminen im Sommer die Veranstaltung „Alte Hasen – Sicher im Straßenverkehr“ angeboten werden. Bei dem im Kreis Osterholz bereits durchgeführten Projekt werden Senioren auf Neuerungen im Verkehr hingewiesen und erfahren Anregungen, wie sie ihre Mobilität bis ins hohe Alter erhalten können.

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