Mit dem Zusammenspiel ihrer Texte, Stimme und ihrem Klavierspiel möchte Anna Piechotta für Überraschungen sorgen.Foto: pv Mit dem Zusammenspiel ihrer Texte, Stimme und ihrem Klavierspiel möchte Anna Piechotta für Überraschungen sorgen.Foto: pv
Kabarett

Das Märchen vom modernen Schneewittchen

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Anna Piechotta präsentiert am 6. April, ab 20 Uhr in der Villa, Oldenburger Straße 49 ihr Programm "Schneewittchen ist tot". Wir plauderten mit ihr über ihr Programm, Inspirationsquellen und die Lust am gesungenen Text.

Delme Report: Worauf darf das Publikum gespannt sein?

Anna Piechotta: Auf eine Künstlerin, die das Märchen des modernen Schneewittchens oder besser gesagt des Schneeflittchens unserer Zeit besingt, auf Zwerge, die unterschiedlicher nicht sein können und generell auf Lieder, die schön und schön böse sind.

Wie kamen Sie auf den Programmtitel „Schneewittchen ist tot!“? Und was tritt an die Stelle von Schneewittchen?

Ein wunderbarer Journalist betitelte mich einst als „Sängerin mit dem „Schneewittchengesicht“. Dazu hörte ich nach Auftritten öfter mal den Satz: „Das hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut, weil Sie so lieb aussehen“. Das waren dankbare, inspirierende Worte, denn mir war schnell klar, dass ich daraus was machen will. Nur, weil man lieb aussieht, muss man noch lange nicht lieb sein.

Irgendwie fand ich das dann auch sehr einfach gedacht. Ein Mensch ist ja sehr vielseitig. Und diese Vielseitigkeit wollte ich unbedingt aufzeigen, indem ich die Erwartungshaltung des Publikums breche. Dass ich mich vom Schneewittchenimage lösen will, ist dabei gar nicht gesagt. Ist doch schön ein Schneewittchen zu sein, um dann das Publikum aufs Glatteis führen zu können.

Woher bekommen Sie Ihre Inspirationen und Ideen für Ihre Lieder?

Bei diesem Programm hatte ich eine einzige Inspiration: das Schneewittchen. Die Ideen sprudelten nur so mit dem Programmtitel „Schneewittchen ist tot“. Dadurch entstanden gedanklich viele absurde, lustige, böse und morbide Themen. Natürlich gibt es immer den Bezug zu eigenen Beobachtungen und Empfindungen. Schreiben wäre sonst gar nicht möglich.

Würde Ihr Programm auch mit gesprochenen Texten auskommen oder ermöglicht Ihnen der Gesang noch mehr Facettenreichtum?

Nur gesprochene Texte sind nicht meine Sache. Mein Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Musik, das war schon immer so. Für mich persönlich ist Musik die Kunstform, die einzig und allein in der Lage ist, bestimmte Gefühle und Sinne anzusprechen. Das macht ein Musikprogramm so besonders.

Dadurch, dass bei mir die Texte ebenfalls einen sehr hohen Stellenwert haben, werden diese durch den Gesang und das Klavierspiel dennoch besonders in den Vordergrund gestellt. Diese Kombination liebe ich und ja, dadurch entsteht selbstverständlich ein großer Reichtum an Facetten.

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