Die Nachfrage ist groß wie noch nie: Die Linie 220 des Bürgerbusses in Ganderkesee fährt ab Montag auf allen sechs Touren mit zwei Fahrzeugen im Tandembetrieb. Fotomontage: Konczak Die Nachfrage für die Linie 220 für den Bürgerbus ist groß wie noch nie. Fotomontage: Konczak
Ganderkesee

Der Bürgerbus in Ganderkesee ist total überlastet

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Die Anzahl der Fahrgäste ist auf der Linie 220 des Bürgerbusses in Ganderkesee so hoch wie noch nie. Die Nachfrage übertrifft die Kapazitäten. Der Vorstand sucht nach Lösungen – sonst droht die Einstellung der Linie.

„Die Situation auf der Linie 220 hat sich in den letzten Monaten zugespitzt“, sagt Rolf Kuhlmann vom Vorstand des Bürgerbusses. Gab es 2014 noch etwa 14.000 Einstiege von Fahrgästen, die von Rethorn über Bookholzbeg nach Ganderkesee gefahren sind, waren es 2015 rund 20.000.

Mit der zunehmenden Anzahl von Flüchtlingen in der Gemeinde ist auch die Nachfrage gestiegen. Die Neuankömmlinge müssen mobil sein, um zu Sprachkursen zu gelangen und andere Angebote zu nutzen.

Einige Fahrer erhalten ab Montag Vertrag bei WEB

Eine mittelfristige Lösung ist bereits gefunden: Bis Freitag fahren die Busse vier von sechs Touren auf der Linie 220 im Tandembetrieb, das heißt, dass ein zweiter Bus im Einsatz ist und die restlichen Fahrgäste an den Haltestellen einsammelt. „Den Tandembetrieb führen wir ja schon länger durch, aber das kann nur eine Notlösung sein“, sagt Kuhlmann.

Ab Montag,  21. März, gilt der Tandembetrieb für alle sechs Touren. Mindestens vier der zusätzlichen Fahrer bekommen dann einen Vertrag der Weser-Ems-Busverkehr GmbH (WEB) und erhalten einen Stundenlohn von 10 Euro. Gerechnet hat der Vorstand des Bürgerbusses auch schon: Die Kosten für den Tandembetrieb auf sechs Touren belaufen sich auf 40.000 Euro für das Jahr 2016.

„Das ist immernoch eine Behelfslösung“, sagt Kuhlmann. Gemeinsam mit der Vorsitzenden Hanna Otter-Sandstedt hofft er auf eine langfristige Lösung bei einem Treffen mit allen Beteiligten am morgigen Donnerstag. Dann kommen Verantwortliche des Landkreises Oldenburg als Aufgabenträger, des Zweckverbands Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), der Gemeinde Ganderkesee, der WEB und des Bürgerbusses zusammen.  „Wir wünschen uns ein Konzept mit größeren Kapazitäten zu höheren Kosten“, so Kuhlmann.

Bürgerbus möchte sich an einem runden Tisch beteiligen

Der Vorstand des Bürgerbusses ist bereits seit Anfang des Jahres mit Gemeinde, Landkreis und WEB im Gespräch. Doch zufriedenstellende Lösungen habe es laut Otter-Sandstedt noch nicht gegeben. „Keine Struktur ist für diese Nachfrage gemacht. Deswegen ist es wichtig, dass alle zusammenarbeiten“, sagt Kuhlmann. Er wünscht sich einen runden Tisch, bei dem alle Verantwortlichen, die mit Flüchtlingen arbeiten, zusammen kommen.

„Wir haben mal das Szenario formuliert, dass wir die Linie beim Bürgerbus einstellen, wenn es keine Lösungen gibt“, sagt Kuhlmann. „Das ist keine Drohung, das ist eine Erkenntnis. Aber wir wollen natürlich alles dafür tun, damit das nicht passiert.“

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