Laut der Bäderanalyse der Universität Vechta macht der Sprungturm unter anderem den Charakter des Freibades aus und sollte unbedingt erhalten bleiben. Foto: Konczak Laut der Bäderanalyse der Universität Vechta macht der Sprungturm unter anderem den Charakter des Freibades aus und sollte unbedingt erhalten bleiben. Foto: Konczak
Bäderstudie

Freibad in Ganderkesee ist ein Bad ohne Konflikte

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Der Sprungturm, die 50-Meter-Bahnen und Liegeflächen sollten bleiben, ein Multifunktionsbecken und mehr Fitnessmöglichkeiten sind wünschenswert – das sind erste Empfehlungen der Uni Vechta für das Freibad in Ganderkesee.

Die Gemeindeverwaltung hat die Uni im vergangenen Jahr beauftragt, eine Bedarfs- und Potenzialanalyse für das Freibad in Ganderkesee zu erstellen. „Es waren intensive Monate“, sagte Dr. Christoph Schank von der Universität Vechta bei der Vorstellung der Ergebnisse im Sozialausschuss am vergangenen Donnerstag.

Herausgekommen ist vor allem eines: Das Freibad hat einen starken Charakter und ist für Ganderkesee unentbehrlich. „Viele sind mit dem Bad groß geworden. Das ist identitätsstiftend“, sagt Schank. Ebenfalls etwas ganz Besonderes sei die Tatsache, dass es ein harmonisches Freibad, „ein Bad ohne Konflikte“ sei.

Gemeinsam mit Studenten haben Schank und sein Kollege Dr. Alexander Lorch Konkurrenzangebote in der Region untersucht, Fragebögen im Freibad und am Falkensteinsee verteilt, Interviews mit neun Fokusgruppen geführt (darunter Menschen mit Migrationshintergrund, junge Familien und Jugendliche) und im Rahmen eines Forums gemeinsam mit  Bürgern über das Bad diskutiert und Ideen gesammelt.

Besucher wünschen sich für das Freibad mehr Kurse

Insbesondere in die Interviews sei laut Lorch viel Herzblut geflossen. So konnten die Beteiligten dort ihre wichtigsten Anliegen mitteilen. Für die Senioren seien Gesundheit und Bewegung zentral. Sie wünschen sich ein Therapiebecken, in dem verschiedene Kursangebote, wie zum Beispiel Reha-Sport, wahrgenommen werden können. Die Idee eines kleinen, eventuell auch überdachten, Beckens für Kurse haben auch andere Gruppe formuliert, darunter Menschen mit Behinderung.

Für die aktiven Schwimmer ist der Erhalt der 50-Meter-Bahnen besonders wichtig. Sie gelten als Aushängeschild. Viele Bäder in der Umgebung könnten dies nicht bieten, sagte Lorch. Die Jugendlichen (bis 18 Jahre) nutzen eher andere Angebote: Sie sind auf dem Sprungturm, der Rutsche und dem Volleyballfeld unterwegs. Für diese Gruppe sind vor allem Outdoor- und Fitnessangebote interessant.

Der Start für die Sanierung soll 2017 realisiert werden

Der Sprungturm nimmt im Übrigen nicht nur für die Jugendlichen einen hohen Stellenwert ein, „auch Menschen, die nicht springen, schätzen die Attraktion“, sagte Schank.  Auch wenn viele Aspekte positiv wahrgenommen werden, wird auch Optimierungspotenzial gesehen. „Es sind viele Dinge dabei, die schnell und kostengünstig geändert werden können“, sagt Schank. Dazu gehören eine bessere Kennzeichnung der Schnellschwimmerbahn, eine Temperaturanzeige sowie der Bedarf nach mehr Schattenplätzen.

Die Ausschussmitglieder waren über die Ergebnisse und die Arbeit der Uni erfreut. Der Erste Gemeinderat Rainer Lange möchte am besten noch vor der Sommerpause die Planungen konkretisieren. „Der neue Rat wird dann richtig einschlagen müssen. Nach der Freibadsaison 2017 kann der Start realisiert werden“, sagt Lange.Schließlich müsse auch die veraltete Technik saniert werden und das koste nun mal viel Zeit und Geld.

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