So freundlich kann ein Tiefdruckgebiet sein: Irmgard Weverinck übernahm die Wetterpatenschaft fürs Ostertief. Foto: Möller So freundlich kann ein Tiefdruckgebiet sein: Irmgard Weverinck übernahm die Wetterpatenschaft fürs Ostertief. Foto: Möller
Wetterpatenschaft

„Tief Irmgard“ aus Lilienthal

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Ostersonntag übernahm „Tief Irmgard“ die Wetterregie: Wolken verbreiten sich übers ganze Land. Die Wetterpatenschaft fürs Tief geht auf die Lilienthalerin Irmgard Weverinck zurück.

Verantwortlich fürs schlechte Wetter möchte Irmgard Weverinck nicht sein. Dass das gerade übers Land ziehende Ostertiefdruckgebiet ihren Namen trägt, ist der 80-Jährigen dennoch eine große Freude. Sie verfolgt heute die Wettervorhersage auf allen Kanälen und wird lächeln, wenn dann vom „Tief Irmgard“ die Rede ist. Natürlich wäre ihr ein schönes, warmes Hoch zu Ostern lieber gewesen, doch in diesem Jahr sind es die Tiefdruckgebiete, die mit Frauennamen getauft werden, „Irmgard“ löst das bis gestern aktiv gewesene Zwischenhoch „Kurt“ ab.

Die Namentaufe von Hochs und Tiefs hat eine lange Tradition: Seit 1954 vergibt das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin Namen für wetterbestimmende Druckgebilde über Mitteleuropa. Deren Namen werden von Wetterdiensten und Medien übernommen und veröffentlicht. Wer sich an der Namenvergabe beteiligt, dient damit auch einem guten Zweck: Jede Patenschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Fortführung der vollständigen Klimabeobachtung sowie der Studentischen Wetterbeobachtung am Institut für Meteorologie der FU Berlin. Die Idee, eine Patenschaft für Irmgard Weverinck anzunehmen, hatte eine in Berlin lebende Freundin der Familie.

Wetterpatenschaft zum 80. Geburtstag

Die Taufe von Hochs und Tiefs hat eine lange Tradition: Seit 1954 vergibt das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin Namen für wetterbestimmende Druckgebilde über Mitteleuropa. Deren Namen werden von Wetterdiensten übernommen und veröffentlicht. Wer sich an der Namenvergabe beteiligt, dient damit auch einem guten Zweck: Jede Patenschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Fortführung der vollständigen Klimabeobachtung sowie der Studentischen Wetterbeobachtung am Institut für Meteorologie der FU Berlin.
Die Idee, eine Patenschaft für Irmgard Weverinck anzunehmen, hatte eine in Berlin lebende Freundin der Familie. Für Sibylle Rahlenbeck ist Irmgard Weverinck eine ganz enge Vertraute, war sie doch früher einmal ihr Kindermädchen. Die Familie Rahlenbeck war Ende des Zweiten Weltkrieges aus Ostpreußen geflüchtet und fand Aufnahme in Rautendorf. An der dortigen Dorfschule arbeitete die Mutter Sibylle Rahlenbecks als Lehrerin. Und für deren ersten Sohn wurde Irmgard Weverinck, damals noch Suletzki, die selbst mit ihrer Familie aus Westpreußen geflohen und in Seebergen untergekommen war, als Kindermädchen engagiert. „Zwei Jahre später kam Sibylle auf die Welt“, erinnert sich Irmgard Weverinck. Sie blieb noch im Hause der Rahlenbecks, als diese nach Bremen umzogen und die Kinder schon groß waren. 1965 baute sie, inzwischen verheiratet, mit ihrem Mann ein Haus in Lilienthal. „Dort komme ich regelmäßig zu Besuch, wenn ich nach Bremen fahre“, erzählt Sibylle Rahlenbeck, ihre Mutter verstarb 1996. Irmgard Weverinck feierte am 19. Februar ihren 80. Geburtstag im Kreise ihrer Familie mit vier Geschwistern, Schwager, Schwägerin, Tochter und dem sechseinhalbjährigen Enkel.

Jeder kann Hochs und Tiefs als Pate buchen

Damit die Lilienthalerin Taufpatin fürs Ostertief werden konnte, musste Sibylle Rahlenbeck schon im vergangenen September  eine Buchung vornehmen. Für jedes Hoch oder Tief, Frauennamen gibt es in geraden Jahren nur für Tiefs, wird ein Name vergeben, wobei der Anfangsbuchstabe alphabetisch ständig wechselt. „Ein Name für ein X oder Y ist leichter erhältlich als für ein I“, schmunzelt Sibylle Rahlenbeck. Und wann das entsprechende Wetter im Jahr dann tatsächlich eintritt, kann natürlich auch nur sehr ungefähr im September des Vorjahres prognostiziert werden.

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