Die historischen Bilder zeigen, dass die Bahnen früher ebenfalls nach „Horn“ fuhren. Die historischen Bilder zeigen, dass die Bahnen früher ebenfalls nach „Horn“ fuhren.
Bremen Horn

Streit um neue Namen von Bus- und Bahn-Haltestellen

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Die Anfang April von der BSAG vorgenommene Umbenennung der Haltestelle „Horner Kirche“ in „Horn“ stößt bei vielen Bürgern in Horn-Lehe auf Ablehnung. Der Beirat wäre gerne an den Planungen beteiligt worden.

„Die Begründung der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), der neue Name trage zu mehr Klarheit bei, ist äußerst fragwürdig, denn während die Horner Kirche in Bremen nahezu jeder kennt und die Bennennung damit eindeutiger war, steht der Name Horn für einen ganzen Ortsteil“, erläutert der Horner Beiratssprecher Stefan Quaß (CDU) den Grund.

„Die BSAG wäre gut beraten gewesen, vorher mal mit dem Beirat Kontakt aufzunehmen, anstatt in einer Nacht- und Nebelaktion einfach die Haltestellenschilder auszutauschen. Viele Bürger haben sich darüber in den vergangenen Tagen bei uns beschwert. Deshalb hat sich jetzt auch der Verkehrsausschuss mit der Angelegenheit befasst. Im Rahmen der  Sitzung äußerten erneut viele Einwohner ihren Unmut über die Namensänderung.

Horner Kirche ist Identifikationspunkt

In einem einstimmig gefassten Beschluss hat der Ausschuss die BSAG daraufhin aufgefordert, die Namensänderung zurückzunehmen und wieder den alten Namen „Horner Kirche“ zu verwenden. „Dieser Name hat schließlich nicht nur eine gute Tradition und ist örtlich eindeutig zuzuordnen, sondern die Horner Kirche ist zugleich auch ein Identifikationspunkt für die Menschen in unserem Stadtteil“, betont Quaß, der auch Sprecher des Verkehrsausschuss des Beirates ist.

Die BSAG nennt für die Umbenennung einiger Haltestellen Gründe: „Um Kunden die Orientierung im Netz zu erleichtern, hat sich die BSAG entschieden, künftig die Namensgebung im Netz besser zu Systematisieren – und damit deutlich zu Vereinfachen“, so Sprecher Andreas Holling. Die Abweichungen zwischen Fahrtziel und Endhaltestelle hätten vor allem bei ortsunkundigen Fahrgästen oftmals für Verwirrung gesorgt.

Holling nennt ein Beispiel: „Wie im Fall ,Upper Borg‘. Mit der Umbenennung in ,Borgfeld-Ost‘ lässt sich diese nun leichter einem Ortsteil und einer Himmelsrichtung auf der Karte zuordnen.“ Fast alle derzeitig umbenannten Haltestellen folgen diesem Grundsatz.

Umbenennung hat auch historische Gründe

Darüber hinaus gebe es Einzelfälle wie die Haltestelle „Horner Kirche“. „Hier gibt es zwei Dinge zu berücksichtigen. So trug die Haltestelle im Netz zuletzt zwei unterschiedliche Namen: die Straßenbahn fuhr zur ,Horner Kirche, der Bus nach ,Horn‘.

Dies wollten wir mit der aktuellen Umbenennung vereinheitlichen“, erläutert der BSAG-Mann. Und weiter „Dass die Entscheidung dabei zu Gunsten des Namens ,Horn‘ fiel, hat auch historische Gründe. So hieß der Stopp bereits früher ,Horn‘.“

Bremens erste Straßenbahnlinie fuhr ab 1876 von der „Börse“ nach „Horn“ – zur Wendeschleife auf dem heutigen Lestra-Parkplatz. Den Namen „Horner Kirche“ erhielt sie erst später, nach der Wiedereröffnung der Straßenbahnlinie.

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