Christian Weber und Hans-Dietrich Genscher bei einem Besuch in Bremen. Foto: WR Hans-Dietrich Genscher mit Bürgerschaftspräsident Christian Weber im goldenen Saal des Atlantic-Hotels. Foto: WR
Staatsmann gewürdigt

Bremen trauert um Hans-Dietrich Genscher

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„Die Bremische Bürgerschaft trauert um einen weitsichtigen Weltpolitiker und beständigen Aufklärer, um einen Freund Bremens und um einen liebenswerten Nachbarn unseres Hauses", erklärt Präsident Christian Weber.

Eine Tür neben der Bürgerschaft habe Hans-Dietrich Genscher sich einst als Jurist in einer renommierten Anwaltskanzlei engagiert, so Weber weiter. „In seiner Amtszeit als liberaler Außenminister ging es um nichts Geringeres als Frieden und Freiheit in Europa und der Welt“, so Weber weiter. An der deutschen Vereinigung sei Genscher als damaliger Außenminister in entscheidendem Maße beteiligt gewesen.

„Er war Wegbereiter eines neuen, friedfertigen Denkens in Europa und damit Wegbereiter dafür, dass die Menschen in Deutschland und die Völker in Europa zueinander fanden. Seine Politik wird als visionär, verdienstvoll und nachhaltig in Erinnerung bleiben“, sagt Weber.

Genscher wurde in Bremen Parteimitglied

Unvergessen sei der Auftritt von Hans-Dietrich Genscher am 30. September 1989 in der Prager Botschaft: Er verkündete dort, die Ausreise für DDR-Bürger in die BRD – über eine Route durch die DDR – sei möglich geworden. Und er sprach den wichtigen Satz: ‚Ich übernehme die persönliche Bürgschaft, dass Ihnen nichts geschehen wird.‘

Auch die Verbindung zu Bremen erwähnt Weber: „Es war Bremen, wo sich der Verstorbene nach dem Verlassen der DDR 1952 niederließ, in die FDP eintrat und heiratete. Sozusagen als preußisch geprägter Sachse lernte Hans-Dietrich Genscher unsere republikanische Tradition und den tief verankerten Bürgersinn kennen und schätzen. Diese Werte hat er auch außerhalb Bremens nie aus den Augen verloren.“

Hans-Dietrich Genscher bei 3nach9

Hans-Dietrich Genscher bei 3nach9, Foto: Bahlo

Sieling zollt Respekt

Der Bremer Bürgermeister Dr. Carsten Sieling hat dem im Alter von 89 Jahren an einem Herz-Lungen-Leiden verstorbenen Genscher „seinen tiefen Respekt“ ausgedrückt: „Mit ihm ist ein bedeutender Politiker von uns gegangen, der sich in einmaliger Art und Weise für eine Entspannung des Ost-West-Konflikts und für die deutsche Wiedervereinigung eingesetzt hat.

Er war ein Kämpfer für ein gleichberechtigtes Europa, basierend auf Freiheit, Solidarität und Toleranz. Hans-Dietrich Genscher wird national wie international eine große Lücke hinterlassen, er hat Weltgeschichte geschrieben“, würdigte Sieling den Staatsmann.

Kondolenzbuch in der Bürgerschaft

Die Bremer FDP äußerte sich zum Tode Genschers auf Facebook: „Mit Hans-Dietrich Genscher verliert die FDP ihren größten Freien Demokraten und Staatsmann. Unvergessen bleiben seine Verdienste als Bundesaußenminister um die Deutsche Einheit. Hans-Dietrich Genscher war der Bremer FDP immer sehr verbunden, seit er in den 50er Jahren in Bremen in die FDP eintrat. Wir denken auch an sein Wirken in Bremen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie. Ihnen gilt unser Mitgefühl“, so Prof. Dr. Hauke Hilz.

In der Bürgerschaft wird am Montag ein Kondolenzbuch bereit liegen, in dem Trauernde sich eintragen können.

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