Der Eingang des Jobcenters in Delmenhorst. Foto: Konczak Die Zahl der Arbeitslosen in Delmenhorst ist gesunken, dennoch ist man im Jobcenter mit der Entwicklung nicht ganz zufrieden. Foto:Konczak
Weniger Arbeitslose

Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt

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Der April hat auf dem Arbeitsmarkt in Delmenhorst und Ganderkesee die erhoffte Frühjahrsbelebung gebracht. Dennoch sorgt man sich im Jobcenter wegen der geringen Zahl von Abgängen in Erwerbstätigkeit.

Trotz der Frühjahrsbelebung meldeten sich im Verantwortungsbereich des Jobcenters nur 556 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab. Im April 2015 waren es noch 661 Personen gewesen. Nur 104 der 556 Personen verabschiedeten sich in Erwerbstätigkeit. Der Rest ging zum größten Teil entweder in Maßnahmen oder flog aus der Statistik, weil er sich über einen längeren Zeitraum nicht mehr beim Jobcenter gemeldet hat und deshalb den Anspruch auf Leistungen verlor.

„Wir leben momentan davon, dass auch der Zugang an neuen Arbeitslosen geringer ist als zuvor“, erklärt Marion Denkmann, stellvertretende Leiterin des Delmenhorster Jobcenters. Hatten sich im April 2015 noch 608 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet, waren es in diesem Jahr nur 486.

Neben Frühjahrsbelebung wirkt sich Semesterbeginn positiv aus

Anders das Bild bei der Agentur für Arbeit: Dort meldeten sich 320 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, davon die Häfte, weil  sie einen neuen Job gefunden hatte. Besonders stark war der Rückgang bei den Arbeitslosen unter 25 Jahre. Hier ging die Arbeitslosigkeit um 15,3 Prozent zurück.

Neben der Frühjahrsbelebung wirkte sich der Semesterbeginn positiv aus. Einige frisch Ausgebildete nahmen ein Studium auf.

Quote sinkt auf 8,7 Prozent

Insgesamt sank die Arbeitslosenquote im Bezirk (Delmenhorst und Ganderkesee) von 9,0 Prozent im März auf aktuell 8,7 Prozent. Im April 2015 hatte sie ebenfalls noch 9,0 Prozent betragen. Im Stadtgebiet Delmenhorst liegt die Quote traditionell deutlich über dem Wert im Bezirk. Aktuell beträgt die Quote hier 10,7 Prozent gegenüber 11,0 Prozent im März und 10,9 Prozent im April 2015.

Offene Stellen waren Jobcenter und Arbeitsagentur zum Stichtag 557 gemeldet. Das sind zwölf weniger als noch im März, aber 50 mehr als vor einem Jahr.

„Der Arbeitsmarkt bietet derzeit Chancen für alle Personengruppen“, meint Karin Kayser, Leiterin der Arbeitsagentur in Delmenhorst. Das sinken der Arbeitslosigkeit trotz steigender Flüchtlingszahlen sei ein positives Zeichen für eine stabile Konjunktur.

Integration der Flüchtlinge schwierig

Der Zustrom an Flüchtlingen macht sich in der Statistik bisher kaum bemerkbar, wohl aber in den zahlreichen Beratungsgesprächen bei der Agentur für Arbeit. „Wir kümmern uns um jeden“, verspricht Kayser. Allerdings habe sich gezeigt, dass 80 Prozent der Beratenen keinen formalen Berufsabschluss hätten.

Für viele sei der Weg zur Integration auf dem Arbeitsmarkt deshalb lang, erklärte sie. Die Investitionen in Sprache und Qualifizierung lohnten sich jedoch. „Unter quantitativen Gesichtspunkten können wir den Zustrom gut gebrauchen. Langfristig wird sich das auszahlen“, sagt Kayser.

„Der Bedarf an Fachkräften ist hoch“, unterstreicht Regina Krumpe vom Arbeitgeberservice. Die größte Nachfrage gibt es derzeit in den Bereichen Produktion und Fertigung, gefolgt von Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung. Es folgen die Bereiche Bau, Architektur und Gebäudeservice sowie Verkehr und Logistik.

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