Das Denkmal in seiner ursprünglichen Gestaltung mit schmiedeeisernem Gitter. Foto: Sammlung Garbas Das Denkmal in seiner ursprünglichen Gestaltung mit schmiedeeisernem Gitter. Foto: Sammlung Garbas
Zeitreise

Folge 5 der Zeitreise: Obelisk als Siegerdenkmal

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Der Delme Report versorgt an historischen Themen interessierte Leser und Leserinnen mit spannenden Informationen: Die Zeitmaschine beendet dieses Mal ihre Reise am 2. September 1874, dem Sedantag.

Der Sedantag  erinnerte an die Kapitulation der französichen Armee vier Jahre vorher. Bei Sedan gelang den preußischen, bayerischen, württembergischen und sächsischen Truppen der entscheidende Sieg im Deutsch-Französischen Krieg. Der französische Kaiser Napoleon III. wurde gefangen genommen.

Anlässlich dieses 2. September 1870 wurden ab 1871 im ganzen Deutschen Kaiserreich an zentralen Plätzen Siegesdenkmäler eingeweiht und so auch in Delmenhorst, hier auf dem Kirchplatz. Der dort errichtete steinerne Obelisk, zugleich das erste Denkmal in der Stadt, wurde aus Sammlungen in der Bevölkerung, einer Spende des Magistrats und einem Überschuss in der Kriegskasse finanziert und vom Kriegerverein unter großer Anteilnahme der Bevölkerung enthüllt.

Am Morgen eröffneten Böllerschüsse und Glockengeläut das Weihfest. Der von Pastor Heinrich Eschen gehaltene Festgottesdienst begann um 10 Uhr. Um 13 Uhr fand die Weihe der den Kriegern geschenkten Fahne statt. Eine Stunde später bewegte sich der Festzug unter Musikbegleitung vom Wildeshauser Tor bis zum Kirchplatz.

Der Obelisk steht bis heute auf dem Gelände der evangelische Stadtkirche

Dort fielen bei der Einweihung unter anderem folgende Worte: „Einer der schönsten und herrlichsten Erfolge ist an diesem Tage errungen, da ein ganzes Heer mit dem Kaiser an der Spitze sich ergeben musste und so der vollständige Sieg und der baldige Friede in nahe Aussicht gestellt wurde“. Des weiteren hieß es: „Darum hat man mehr und mehr im deutschen Volke diesen Tag zum Erinnerungs- und Dankfeste an den großen Sieg gewählt und als solches feiern wir es heute mit tief bewegten Herzen. Da müssen wir aber vor allem der Toten gedenken, welche solche Siege erringen halfen, und darum ist es gewiss sehr passend und eine Verherrlichung dieses Festes, wenn wir heute ihnen das Denkmal weihen, das wir zu ihrer Ehre errichtet haben.“

Der Obelisk trägt folgende Inschriften: „Ihren Söhnen, welche in dem großen Kriege ihr Leben geopfert.“ Und: „Rühmend verkünde dies Denkmal der Nachwelt in spätesten Tagen, wie ihr gekämpft, gesiegt und für das Vaterland starbt.“

Außerdem verzeichnet er die Namen der zehn im Deutsch-Französischen Krieg gefallenen Delmenhorster: Gustav Sprenger, Heinrich Saehre, Christian Timmermann, Johann Dauelsberg, Anton Stöver, Heinrich Behnken, Johann Wendt, August Kellermann, Wilhelm Hollmann und Ludwig Wardenburg.

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