Die Viehauktionen in der Delme-Halle zogen wie ein Magnet Besucher aus der ländlichen Umgebung Delmenhorsts an.Foto: Stadtarchiv Delmenhorst Die Viehauktionen in der Delme-Halle zogen wie ein Magnet Besucher aus der ländlichen Umgebung Delmenhorsts an.Foto: Stadtarchiv Delmenhorst
Zeitreise

Folge 6 der Zeitreise: Die vielseitige Delme Halle

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Der Delme Report versorgt an historischen Themen interessierte Leser und Leserinnen mit spannenden Informationen: Die Zeitmaschine beschleunigt kurz und setzt mich inmitten einer Festgesellschaft ab.

Ich lande am Abend des 10. September 1952, einem Mittwoch, geräuschlos und ohne Aufsehen zwischen Vertretern des Landwirtschaftsministeriums, des Präsidenten des Verwaltungsbezirks Oldenburg, der Landwirtschaftskammer und führenden Repräsentanten der Stadt Delmenhorst und sitze zwei Stuhlreihen hinter Oberbürgermeister Wilhelm von der Heyde.

Die fertiggestellte Delme-Halle an der Richtstraße soll feierlich übergeben werden und bietet den Anlass für die Versammlung der großen Gesellschaft. Oberbaurat Walther Brasch begrüßt die Gäste und streift kurz die Baugeschichte. Seit Jahren habe es den Wunsch nach einer Auktionshalle für Vieh gegeben, betont er, äußert aber die Hoffnung, dass die Halle sich auch zu einer beliebten Stätte für sportliche, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen aller Art entwickeln möge.

Von Boxwettkampf bis zu Viehauktion

„Delmenhorst ist nicht nur die Industriestadt des Oldenburger Landes“, so seine Worte, „sondern zugleich der Mittelpunkt eines hochwertigen landwirtschaftlichen Gebietes.“ Auf weitere Reden des Oberbürgermeisters und des Vorsitzenden der Oldenburger Herdbuch-Verwertung, Johann Möhlenbrock, folgt ein Rundgang durch das Hallenbauwerk.

Beschlossen hatte der Stadtrat die Errichtung der 40 x 56 Meter großen Halle im Februar 1952. Anbauten sollten zunächst Platz für 160 Tiere bieten, eine Erweiterung zur Aufstallung von bis zu 400 Tieren war möglich. In der Halle wurden transportable Tribünen mit Sitz- und Stehplatzreihen installiert, auf denen 800 Menschen sitzen und 150 stehen konnten. Die leere Halle konnte bei politischen Versammlungen und ähnlichen Großveranstaltungen bis zu 1.800 Personen aufnehmen.

Die erste Viehauktion in der Delme-Halle wurde am 21. August 1952 durchgeführt

Der Baubeginn erfolgte am 18. April 1952, eine Richtfeier wurde nicht abgehalten. Die erste Viehauktion konnte am 21. August 1952 durchgeführt werden und übertraf alle Erwartungen. Sämtliche 100 aufgetriebenen Kühe, Färsen und Bullen wechselten ihre Besitzer.

Im April 1961 ist die Delme-Halle Austragungsort einer großen Boxveranstaltung. Foto: Stadtarchiv Delmenhorst

Im April 1961 ist die Delme-Halle Austragungsort einer großen Boxveranstaltung. Foto: Stadtarchiv Delmenhorst

Bis 1968 fanden in der Halle zahlreiche Auktionen und Veranstaltungen verschiedenster Art statt, dann verkaufte die Stadt sie an den Kaufmann Alfred Schneider, der dort die Produktion seines Betriebes für Bremsen- und Leistungsprüfstände etablierte.

Die unter dem Kürzel „AHS“ weltweit bekannte Firma ist Zulieferer für Autowerkstätten und Technische Überwachungsvereine und hat sich auf die Herstellung von Prüfständen für sie Sicherheitstechnik in Kraftfahrzeugen spezialisiert. Von 1968 bis 1981 nutzte auch die Bundespost als Pächter einen Teil der Halle für ihren Paketdienst.

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