Diskretionsschranke beim Einkaufen. Foto: Füller Mit der Diskretionsschranke wollen ihre Erfinder den Bezahlvorgang im Supermarkt sicherer gestalten. Foto: Füller
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Sicherer im Supermarkt mit Diskretionsschranke

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Mit der Diskretionsschranke wollen zwei Bremer Tüftler für mehr Sicherheit beim Bezahlvorgang um Supermarkt sorgen. Bei Kunden und Personal in Bremen-Nord kommt diese Erfindung mit der Schranke schon ziemlich gut an.

In Apotheken, Banken und bei der Post ist es heute Gang und Gäbe, einen Abstand zum Schalter und so zu anderen Kunden zu halten, um die Diskretion zu wahren. Im Supermarkt dagegen rücken sich Kunden an den Kassen oft auf die Pelle.

„Dabei kann jeder in das Portmonee des Vordermannes gucken oder sogar die PIN-Nummer der EC-Karte sehen“, sagt Hans Geßelmann. Er und sein Partner Uwe Schröter wissen von einer älteren Dame zu berichten, deren Geldbörse nach dem Einkauf gestohlen wurde. Während sie bezahlte, konnte der Dieb vermutlich sehen, dass sie eine hohe Summe Bargeld dabei hatte.

Mit der vierten Version in die Testphase

Seit rund zwei Jahren spukte die Idee, den Bezahlvorgang im Supermarkt sicherer zu gestalten, in Geßelmanns Kopf herum. Ende vergangenen Jahres schließlich gaben der gelernte Elektro-Mechaniker und sein Partner Uwe Schröter den Ideen eine konkrete Form.

Uwe Schröter und Hans Geßelmann haben die Dirkretionsschranke erfunden. Foto: Füller

Uwe Schröter (l.) und Hans Geßelmann haben die Diskretionsschranke erfunden. Foto: Füller

Schröter betreibt ein Konstruktionsbüro und gab die Protoypen der „Diskretionsschranke“ im 3-D-Druckverfahren in Auftrag. „Wir mussten noch einiges am ersten Entwurf verbessern. Inzwischen sind wir bei der vierten Version und damit seit gut fünf Wochen in der Testphase“, so Schröter.

Frank Damerow ist Inhaber eines Supermarkts in Aumund und der erste Tester: „Die Schranken entschleunigen den Bezahl­vorgang. Wir haben mit einer Kasse angefangen und benutzen sie inzwischen an allen sechs“, so Damerow.

Kunden und Angestellte geben positives Feedback

Die Halter-Konstruktion wird je nach Bedarf an den Kassenblöcken befestigt. Die Schranke wird an dieser Halterung angebracht, ist flexibel und schwingt ohne Antrieb auf und wieder zu, wenn der Kunde den Einkaufswagen weiter schiebt oder selbst hindurch geht. Der Aufdruck „Diskretion bitte!“ weist darauf hin, einen Abstand zum Vordermann zu halten, während dieser mit dem Bezahlen beschäftigt ist.

Das Feedback von Kunden und Angestellten sei sehr positiv, berichtet Damerow. „Die Schranke stört nicht und hält auch den Betrieb nicht auf. Die Kunden warten vor der Barriere, bis sie dran sind. Das bringt auch Ruhe für das Kassenpersonal“, so Damerow weiter.

Inzwischen testet auch ein weiterer Einzelhändler in Aumund die zum Patent angemeldete Erfindung. Diese ist für jeden Einzelhändler individuell gestaltbar: „Die Schranke an sich kann auch aus Pappe gefertigt und wöchentlich ausgetauscht werden, um beispielsweise Werbung darauf zu drucken“, erklärt Geßelmann.

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