Radfahrer unterwegs an der Straße Wo fährt es sich mit dem Fahrrad im Bremer Süden besonders gut? Das erfahren Teilnehmer der Radtour für Neubürger. Foto: av
Mobilität

ADFC verrät Neubürgern Schleichwege im Bremer Süden

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Ampeln, Schlaglöcher und viel Verkehr nerven nicht nur Auto-, sondern auch Fahrradfahrer. Der ADFC zeigt mit einer besonderen Fahrradtour jetzt lohnenswerte Alternativen, die Lust machen sollen, in die Pedale zu treten.

„Der Mensch ist nun einmal ein Gewohnheitstier“, sagt Albrecht Genzel, Verkehrsreferent beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Und das sei für viele der Grund, warum sie die gleichen Strecken mit dem Fahrrad fahren, die sie schon vom Auto kennen.

Die Folge: Der Radfahrspaß bleibt zwischen Blechlawinen und ständig roten Ampeln häufig auf der Strecke. Um angenehmere Alternativen soll es deshalb bei den Fahrradtouren für Neubürger des ADFC gehen.

Radtour verrät die besten Schleichwege

Die nächste findet am Samstag, 21. Mai, im Bremer Süden statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr das Südbad am Neustadtswall 81. „Wir haben erfahrene Guides, die jeden Winkel und jeden Schleichweg kennen“, sagt Genzel.

Auch er selbst ist regelmäßig auf der Suche nach neuen Strecken. „Ich habe ein richtiges Hochgefühl, wenn ich eine Straße entdecke, die ich noch nicht kenne.” Bei den Neubürger-Touren stellten sich regelmäßig „Aha-Erlebnisse“ bei den Teilnehmern ein, wenn sie neue Abkürzungen entdecken und weiße Flächen auf ihren persönlichen Landkarten streichen können.

Alternativrouten sind manchmal länger

„Denn unser Schwerpunkt liegt nicht auf touristischen Aspekten, sondern auf Wegeverbindungen“, betont Genzel. Der Weg über Alternativrouten sei zwar hin und wieder länger. „Aber dafür sind Radfahrer auf Grünflächenverbindungen oft sehr zügig unterwegs, weil keine Ampeln sie aufhalten. Da holt man die längere Strecke zeitlich locker wieder ein.“

Die Tour richtet sich nicht nur an Menschen, die neu in Bremen oder im Stadtteil sind, sondern auch an Menschen, die noch keine Profi-Radfahrer sind. „Es ist keine Rallyefahrt“, betont Genzel.

Tour vermittelt auch praktische Tipps

Mit 14 bis 16 Stundenkilometern geht es rund zwei Stunden durch den Bremer Süden. Bei mehreren Stopps gibt der ADFC außerdem ganz praktische Tipps. „Es passiert viel zu häufig, dass Radfahrer zu dicht an parkenden Autos vorbeifahren“, sagt Genzel.

Aber auch andere Kniffs wollen die ADFC-Guides vermitteln. „Es ist zum Beispiel durchaus schlau, mal nach rechts vom Fahrrad abzusteigen“, sagt Genzel. Wer das entgegen seiner Gewohnheiten beherrsche, könne häufig noch rechtzeitig vom Rad anspringen, wenn er mit einem rechtsabbiegenden Auto oder Lkw zu kollidieren droht.

Neustadt ist Stadtteil der Fahrradliebhaber

Besonders für Neu-Neustädter sei die Tour durch den Süden interessant. Laut ADFC ist sie einer der Stadtteile in Deutschland, in denen am meisten Fahrrad gefahren wird. „Im Gegensatz dazu sind die Anlagen für Radfahrer unterentwickelt. Es gibt zum Beispiel keine einzige Fahrradstraße“, beklagt Genzel.

Wer wissen will, wie er in der Neustadt und im Bremer Süden trotzdem schnell und sicher mit dem Rad unterwegs sein kann, sollte sich bis zum 18. Mai per E-Mail an neubuergertouren@adfc-bremen.de anmelden. Die Fahrradtour kostet für „Alt-Bremer“ 5 Euro.

Für Neubürger kostenlos

Neubürger, die bei ihrem Umzug ein entsprechendes Begrüßungspaket erhalten haben, finden darin einen Gutschein zur kostenfreien Teilnahme. Die Radtouren sind Teil der Mobilitätsberatung für Neubürger der Stadt Bremen, die es bereits seit 2014 gibt.

„In eine neue Stadt zu ziehen, bringt immer auch eine Orientierungsphase mit sich, während dieser innerhalb weniger Wochen das zukünftige Mobilitätsverhalten langfristig geprägt wird“, so Verkehrssenator Joachim Lohse.

Die Stadt und ihre Kooperationspartner, zu denen auch der ADFC gehört, hoffen mit Angebot wie der Fahrradtour möglichst viele von umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln überzeugen.

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