Eine Spirale der Gewalt: Dargestellt im Kleist-Stück „Die Familie Schroffenstein“.Foto: Landsberg Eine Spirale der Gewalt: Dargestellt im Kleist-Stück „Die Familie Schroffenstein“.Foto: Landsberg
Zwei Premieren

Theater zeigt Spiralen der Gewalt

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Das Bremer Theater zeigt „Grüne Vögel“ und „Familie Schroffenstein“. Die beiden Premieren von und mit Jugendlichen setzen sich mit dem Thema „Gewalt“ auseinander: Sie suchen nach Sinn und finden Antworten im Islamismus.

„Grüne Vögel“ sind bereits am Freitag auf der Bühne des Moks gelandet. Der Titel bezieht sich auf Schriften des Islam, in denen die Seelen der Märtyrer in grüne Vögel verwandelt werden, die im Paradies ihre Nahrung suchen. Die Produktion der Jungen Akteure setzt sich mit der Thematik radikalisierter Jugendlicher auseinander und der Frage, was junge Menschen dazu bewegt, sich dem sogenannten Islamischen Staat anzuschließen.

„Sie suchen nach einer Sinnhaftigkeit in ihrem Dasein“, beschreibt Regisseurin Nathalie Forstmann in der Zeitschrift Theaterzeit. „Antworten finden sie in unserem Stück im radikalen Islamismus, weil dieser ganz konkret vorgibt, was richtig und falsch ist und wie man zu leben hat.“

Kleist-Stück hat nichts an Aktualität eingebüßt

Die Rachetragödie „Die Familie Schroffenstein“ von Heinrich von Kleist feiert Samstag Premiere im Kleinen Haus. Die gemeinsame Produktion der Sparten Schauspiel und Moks will die Aktualität des 200 Jahre alten Erstlingswerkes verdeutlichen: Das Misslingen einer Verständigung und das damit einhergehende Aufbauen von Feindbildern, Vorurteilen und Angst. Die Spirale der Gewalt hat aber durchaus auch komische Elemente und erinnert an den schwarzen Humor in Quentin-Tarantino-Filmen.

Mehr Informationen zu den Stücken und deren Aufführungstermine gibt es auch unter theaterbremen.de

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