Der Blick schweift am 2. August 1952 in die vom Verkehr belebte Lange Straße. Vorne links ist das Fitger-Haus zu sehen. Bildvorlage: Stadtarchiv Delmenhorst. Der Blick schweift am 2. August 1952 in die vom Verkehr belebte Lange Straße. Vorne links ist das Fitger-Haus zu sehen. Bildvorlage: Stadtarchiv Delmenhorst.
Zeitreise

Zeitreise 8: Eine pulsierende Verkehrsachse

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Der Delme Report versorgt an historischen Themen interessierte Leser und Leserinnen mit spannenden Informationen: Der jüngste Trip mit der Zeitmaschine von Werner Garbas endet am 2. August 1952 in der Langen Straße

Kaum habe ich in der Zeitmaschine Platz genommen, da setzt sie mich nach heftigen Vibrationen am Rande des Rathausplatzes aus. Ich frage eine Passantin nach dem Datum und erfahre, es ist Samstag der 2. August 1952.

Bei einem Blick in die Lange Straße finde ich mich kaum zurecht. Das ist pulsierendes Leben. Neben einem Stadtbus befahren Autos die stark frequentierte Flaniermeile, umgeben von einer Vielzahl von Radlern und Fußgängern.

Radler, Autofahrer und Fußgänger teilen sich die Lange Straße

Mir fällt das Fitger-Haus auf. Ich weiß, dass hier bis zu seiner Schließung wegen Baufälligkeit zu Ende der Spielzeit 1959 die Gastspiele des Oldenburgischen Staatstheaters durchgeführt wurden. Ende August 1963 rückten dann Bagger und Spitzhacke an und machten das traditionsreiche Haus, auch Domizil der Städtischen Lesehalle und Volksbücherei, dem Erdboden gleich.

Noch gibt es keine Umgehungsstraße, die Lange Straße ist Hauptverkehrsachse und Einkaufszentrum, weit entfernt von ihrer späteren Umgestaltung zum autofreien Fußgängerbereich.
Diese begann 1971, als die Stadt beschloss, die Lange Straße und die Bahnhofstraße bis zur Straße „Am Knick“ in eine Fußgängerzone umzuwandeln.

Abgasfreies Einkaufen in Delmenhorst

Die Stadtoberen erkannten die dringende Notwendigkeit, die Attraktivität der Delmenhorster Geschäftswelt zu steigern, sie insbesondere für das Umland aufzuwerten. Besucher sollten ohne Störungen durch den Verkehr und ohne Beeinträchtigung durch Abgase ungestört einkaufen können.

Gleichzeitig sollten die vom Kfz-Verkehr befreiten Straßen dazu beitragen, Verweilqualität zu schaffen und die menschlichen Kontakte zu fördern. Die Anlieger waren nicht nur damit einverstanden, einen Großteil der erforderlichen Baukosten zu tragen, sie leisteten sogar Vorauszahlungen. Dadurch konnten die Bauarbeiten, vor allem Pflasterungen und Höhenangleichungen von Fahrbahn und Fußwegen, sehr schnell durchgeführt werden.

Die aktuelle Aufnahme zeigt die verkehrsberuhigte Flaniermeile aus identischer Perspektive. Foto: Garbas.

Die aktuelle Aufnahme zeigt die verkehrsberuhigte Flaniermeile aus identischer Perspektive. Foto: Garbas.

Lange Straße wird 1975 zur Fußgängerzone

Durch die Verlegung des Busbahnhofes an den Stadtwall konnten auch der Rathausplatz und der Mühlendamm für den Verkehr gesperrt und zum verkehrsberuhigten Bereich deklariert werden. Anlässlich der Freigabe des Rathausplatzes wurde Mitte September 1975 eine Festwoche eingeläutet, bei der die Delmenhorster ihre neue Errungenschaft „Fußgängerzone“ freudig mit einem Volksfest und zahlreichen Aktivitäten feierten.

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