Senioren, die unsicher sind, können ihre Fahrtüchtigkeit für den Führerschein testen lassen. Foto: WR Wer unsicher ist, ob er den Führerschein behalten soll, kann seine Fahrtauglichkeit testen lassen. Foto: WR
Polizei wäre dafür

Senioren: Keinen Führerschein, dafür ein Busticket?

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Im Alter werden viele Senioren hinter dem Steuer unsicher. Eine Alternative wären die öffentlichen Verkehrsmittel. In Bremerhaven kann man den Führerschein gegen ein Busticket tauschen, doch in Bremen geht das nicht.

Eigentlich wäre alles ganz einfach: Senioren, die nicht mehr selbst Auto fahren möchten, bekommen ein Busticket im Tausch gegen ihren Führerschein. So jedenfalls passiert es in Bremerhaven. Dort hat die Polizei zu der „Aktion Umsteigen“ aufgerufen und 2.000 Menschen haben sich an ihr beteiligt.

Der Deal geht so: Senioren geben freiwillig ihren Führerschein für immer ab, dafür stellt ihnen Bremerhavenbus ein kostenloses Ticket für sechs Monate zur Verfügung, Gegenwert: 200 Euro.

„Wir würden es begrüßen, so eine Aktion auch in Bremen anbieten zu können“, sagt Ines Roddewig, Sprecherin der Polizei Bremen. „Bisher haben wir aber die BSAG nicht davon überzeugen können, ein entsprechendes Ticket anzubieten.“

Polizei begrüßt, wenn Senioren Führerschein abgeben

Die Bremer Straßenbahn-AG sagt, sie sei nur  für kurzfristige Tauschaktionen offen: „Wir bieten immer wieder an, vier Wochen lang das Auto stehen zu lassen und unsere Verkehrsmittel zu nutzen“, sagt Sprecher Jens-Christian Meyer.

Eine Aktion wie in Bremerhaven, mit endgültiger Abgabe des Führerscheins und einem länger gültigen Ticket habe die BSAG nicht vor. Für sechs Monate würde das die BSAG knapp 360 Euro kosten. Dabei wäre das auch im Interesse der Polizei, denn: „Wir begrüßen es, wenn Senioren die sich unsicher fühlen, ihren Führerschein abgeben.“

Seniorenbeirat sieht Bedarf für Aktion

Dass es den Bedarf für ein solches Angebot gibt, glaubt Gerd Feller. Er ist Sprecher des Seniorenbeirats und weiß: „Es gibt viele Ältere, die bereit wären, ihren Führerschein abzugeben.“ Oft scheitere das aber an den mangelnden Einkaufsmöglichkeiten insbesondere am Stadtrand. Dafür werde das Auto benötigt. Für Senioren, die in der gut angebundenen Innenstadt leben, könnte aber ein kostenloses Ticket ein Anreiz sein, glaubt Feller.

Eine Gefahr für den Straßenverkehr müssen Senioren hinter dem Steuer aber nicht unbedingt sein, sagt der ADAC: „Wie gut jemand Auto fährt, kommt auf den körperlichen Zustand des Einzelnen an“, sagt Sprecher Nils Linge. Wer sich unsicher fühle, könne beim ADAC einen Fahrfitness-Check machen, dort werde etwa das Reaktions- und Koordinationsvermögen getestet.

Das sei sinnvoll  wenn man meint, nicht mehr gut im Straßenverkehr zu sein, oder durch Krankheit oder einen Unfall stark eingeschränkt ist „Wir raten dann gegebenenfalls dazu, den Führerschein abzugeben“, sagt Linge. Wichtig sei ihnen aber, dass die Senioren sich freiwillig dazu entscheiden.

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