Die Vorsitzenden des Caritasverband, der Bremischen Schwesternverband und des Instituts für Berufs- und Sozialpädagogik wollen Altenpflegern den Umgang mit Muslimen näher bringen. Foto: Caritas Bremen Die Vorsitzenden des Caritasverband, der Bremischen Schwesternverband und des Instituts für Berufs- und Sozialpädagogik wollen Altenpflegern den Umgang mit Muslimen näher bringen. Foto: Caritas Bremen
Kultursensibilität

Altenpfleger sollen Umgang mit Muslimen lernen

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In einer neuen Schule in Bremen lernen angehende Altenpfleger, wie sie mit muslimischen Senioren umgehen sollten. Denn ihr Anteil an der Zahl der Pflegebedürftigen wächst - genauso wie der Bedarf nach Fachkräften.

Mit 4,7 Millionen Pflegebedürftigen im Jahr 2060 rechnet das Bundesministerium für Gesundheit. Schon jetzt gebe es einen Fachkräftemangel in dieser Branche: Auf 100 gemeldete Stellen kämen rechnerisch nur 46 Arbeitslose.

Eine neue Altenpflegeschule in der Bremer Neustadt soll jetzt zumindest einen Beitrag gegen den drohenden Fachkräftemangel leisten. Bis zu 27 junge Menschen werden am 1. September ihre Ausbildung an der neu gegründeten Bremer Altenpflegeschule am St. Pauli Deich aufnehmen. Das entspricht etwas mehr als zehn Prozent der Ausbildungsplätze, die in Bremen in diesem Jahr zur Verfügung stehen.

Neue Schule hat mehrere Träger

Die Schule nutzt die Räume der Bremischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz. Sie sind nämlich gemeinsam mit der Caritas Bremen, dem Roten Kreuz Krankenhaus und dem St. Joseph Stift Träger der neuen Schule. „Es geht zum einen darum, junge Menschen für den Beruf Altenpflege zu begeistern“, sagt die Vorsitzende der Bremischen Schwesternschaft Oberin Friederike Juchter.

„Zum anderen wollen wir die Auszubildenden angemessen auf diese sinnvolle Tätigkeit vorbereiten. Wir werden dies auf einem hohen Niveau leisten. Denn die Aufgaben einer examinierten Pflegefachkraft sind in den vergangenen Jahren deutlich anspruchsvoller geworden.“

Schwerpunkt auf kultursensibler Pflege

Die neue Schule will deshalb besonderen Wert auf Themen wie medizinische Versorgung, Palliativpflege und sogenannte kultursensible Pflege legen, mit dem den angehenden Altenpflegern die Arbeit mit dem wachsenden Anteil muslimischer Pflegebedürftige erleichtert werden soll.

„Uns ist wichtig, dass wir Pflegekräfte ausbilden, die fachlich souverän und konfessionsübergreifend verständnisvoll agieren. Für uns ist eine werteorientierte Grundhaltung besonders wichtig“, sagt Martina kleine Bornhorst, Vorstand der Caritas Bremen.

Theorie und Praxis aus einer Hand

Die Kern-Ausbildungsinhalte sind gesetzlich geregelt. Die Schüler wenden das im theoretischen Blockunterricht Gelernte in der Praxis an – bei ambulanten Pflegediensten oder in Pflegeheimen. „Dass Theorie und Praxis künftig aus einer Hand kommen, ist ein echter Qualitätsvorteil“, meint kleine Bornhorst. „Fachliche Absprachen, klare Rahmenbedingungen – alles wird über persönliche Kontakte auf kurzem Wege geklärt.“

Aber auch die neue Schule muss um Schüler ringen und wirbt deshalb mit „hervorragenden Bedingungen“. „Unsere Vergütung liegt im dritten Ausbildungsjahr bei monatlich 1.138 Euro – das ist deutlich mehr als in anderen Ausbildungsberufen. 29 Tage Urlaub, 39-Stunden Woche, mögliche Mehrarbeit und gegebenenfalls Einsatz am Wochenende oder Feiertag – alles ist geregelt. Nach erfolgreich absolviertem Examen ist eine Übernahme so gut wie sicher“, sagt Juchter.

17 der 27 Schulplätze sind bisher belegt. Wer sich für einen der verbleibenden zehn Plätze interessiert, bekommt Infos bei Renate Veith unter der Nummer 5599172 oder per Mail an r.veith@bremer-altenpflegeschule.de

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