Azubis Junge Spanier, die in ihrer Heimat keinen Ausbildungsplatz erhalten, kommen nach Bremen, um hier eine Ausbildung unter anderem im Pflegebereich zu absolvieren.
Ausbildung

„Keine Perspektive in der Heimat“

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Bremer Agentur unterstützt spanische Auszubildende in der Hansestadt. Feelgood Manager helfen spanischen Lehrlingen bei der Integration in Deutschland und bringen ihnen norddeutsche Bräuche wie Kohlfahrten näher.

In Südeuropa herrscht große Jugendarbeitslosigkeit und in Bremen können nicht alle Lehrstellen besetzt werden, weil es an Qualifizierten Bewerbern mangelt. Das von der EU initiiert und geförderte Projekt „The Job of my Life“ („Der Job meines Lebens“) will diese beiden Missstände beheben.

Daher kommen 45 Spanier nach Deutschland um hier in Bremen ein Praktikum anzutreten und im Idealfall danach eine Ausbildung im selben Betrieb anzufangen. „Die jungen Menschen haben in ihrer Heimat keine Berufsperspektive“, sagt Oliver Schneider, Geschäftsführer von PractiGo.

Feelgood-Managerinnen kümmern sich um die Azubis

Zusammen mit dem Arbeitsamt und dem Ministerium für Arbeit und Soziales führt PractiGo das Projekt in der Hansestadt durch. Die meisten Spanier kommen im Bereich Pflege und Hotelfach unter. „Aber wir vermitteln auch Lehrstellen in der Logistik und in der IT“, so Schneider.

Mit seinem Team betreut er die die Azubis und hilft ihnen bei der Integration. „Wir haben vier Feelgood-Managerinnen, die sich um die Belange der Azubis kümmern“, erklärt er. Die Agentur hilft ihnen nicht nur bei der Wohnungssuche und bei Formalitäten rund um Fragen der Kranken- und Sozialversicherung, sondern es werden auch Bremen-typische Aktivitäten geplant.

Besuch im Weserstadion

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Die spanischen Azubis bei ihrer Ankunft in Bremen

„Neben ganz banalen Dingen wie Freibadbesuche organisieren wir auch einen Besuch im Weserstadion oder eine Kohlfahrt.“ Das Projekt sieht vor, dass die Spanier in Bremen zuerst ein mehrwöchiges Praktikum absolvieren und dann nach einem kurzen Heimaturlaub ihre Ausbildung in der beginnen.

„Die Sprache ist das Hauptproblem“, sagt Schneider. Deswegen haben die angehenden Lehrlinge in ihrer spanischen Heimat schon seit Februar die deutsche Sprache gepaukt. Mit dem Intensivkurs, der über 600 Stunden Sprachunterricht umfasst, erreichen sie das Sprachniveau B1 bevor das Praktikum in Deutschland anfangen.

Das erste Jahr ist die größte Herausforderung

Auch während der Ausbildung in Deutschland bekommen die jungen Menschen weiterhin Sprachunterricht. „Vor allem im ersten Jahr ist die Berufsschule eine große Herausforderung“, erläutert Schneider.

Deswegen treffen sich die Feelgood-Manager sich auch mit den Ausbildungsbetrieben und den Lehrern, um bei Problemen unterstützend zur Seite zu stehen. Im Bedarfsfall wird Nachhilfeunterricht für die Lehrlinge von ausgebildeten Sozialpädagogen organisiert.

Betriebe stellen Paten zur Seite

Auch die teilnehmenden Betriebe unterstützen ihre Azubis in dem sie ihnen zum Beispiel betriebsinterne Paten zur Seite stellen. Die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass alle Projektteilnehmer nach dem Praktikum übernommen wurden und nach dem Spanienaufenthalt gerne wieder nach Bremen gekommen sind, um ihre Ausbildung anzufangen.

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