Verstehen sich schon während der Proben bestens: Die Kinder von „ThinkMusic!“ und Juilo Fernández (r.) von der Hochschule Bremen. Foto: Waalkes Verstehen sich schon während der Proben bestens: Die Kinder von „ThinkMusic!“ und Juilo Fernández (r.) von der Hochschule Bremen. Foto: Waalkes
Musik

„ThinkMusic!“ bringt Klassik auf die Bühne

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Klassische Musik: Der Chor der Gerhard-Rohlfs-Oberschule, "ThinkMusic!", tritt am 10. Juni im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus auf. Unterstützt werden sie dabei von den Bremer Philharmonikern und der Hochschule Bremen.

„Ich glaube wir sind verrückt“, sagt Mikolaj Kapala und grinst. Der Musiklehrer der Gerhard-Rohlfs-Oberschule leitet gemeinsam mit Julio Fernández von der Hochschule Bremen den Chor „ThinkMusic!“, der aus rund 100 Schülern besteht, 20 davon von der Grundschule Alt-Aumund.

Picknick im Himalaya

„Zu Beginn wollten wir mit den Kindern nur die klassischen Musikstücke einüben. Doch wir haben schnell gemerkt, dass da mehr drin ist“, so Kapala. Das bedeutet, dass die jungen Sängerinnen und Sänger nicht einfach nur zwölf Stücke aus dem Liederzyklus „Picknick im Himalaya“ auf der Bürgerhaus-Bühne singen werden.

Den Zuschauern wird um einiges mehr geboten, denn mittlerweile gibt es eine Geschichte, welche die eigentlich zusammenhangslosen Lieder verbindet. Es gibt eine CD, die  mit ausgewählten Schülern in intensiver Arbeit aufgenommen wurde. Und es gibt eine Gruppe der Bremer Philharmoniker, die das Projekt musikalisch auf der Bühne begleiten werden.

Seperater Code der Verständigung

„Wenn man sich die Kinder während der Proben anschaut, dann wissen wir ganz genau, warum wir uns hier beteiligen“, sagt Christian Kötter-Lixfeld, Intendant der Bremer Philharmoniker. „In Zeiten der ‚Generation Kopf unten‘, prallen hier eigentlich zwei Welten aufeinander. Aber man sieht die großen Augen der Kinder, die plötzlich ihr Talent entdecken“, ergänzt er und bezeichnet die Musik als „seperaten Code der Verständigung.“

Und tatsächlich: Ein Blick auf die probenden Fünftklässler zeigt eine homogene Gruppe junger Menschen, die wie gebannt auf Projektleiter Julio Fernández schauen und seinen Anweisungen lauschen: „Ronny, Position!“ oder „David, Fokus jetzt!“, schallt es durch die Aula der Vegesacker Oberschule.

„ThinkMusic!“ singt von Krabbeltieren und Elefanten

Mikolaj Kapala begleitete die Schüler während der Proben am Klavier. Foto: Waalkes

Mikolaj Kapala begleitete die Schüler während der Proben am Klavier. Foto: Waalkes

Die Kinder proben Stücke, die „Ein Krabbeltier oder Siehste“, „Ein Sperling und ein Elefant“ oder „Gute Nacht oder die Mottenserenade“ heißen. Die Texte bringen die Probenzuschauer schon nach kurzer Zeit zum Schmunzeln, strotzen sie doch nur so vor Lebendigkeit und Wortwitz.

Zwar hört der elfjährige Mauricio Da Silveira zu Hause „andere Musik“, wie er zugibt, allerdings „gibt mir das ganz viel Kraft mit allen zusammen zu singen“. Diese Situation vermittle ihm ein ganz besonderes Gefühl.

„Zitternde Knie“

Auch Meryem Bural (10) genießt die Arbeit in der Gruppe. Allerdings ist sie eine von den Schülerinnen, die auch einen Solo-Part singt: „Bei der Probe haben mir vorhin schon die Beine gezittert.“

Da viele Schulen gar keinen Chor mehr haben, sieht Schulleiterin Kathrin Borges-Postulka die Kooperation mit den Philharmonikern als logisch an: „Oft ist der private Musikunterricht für viele Familien zu teuer. Auch für uns als Schule ist ein gewisser Aufwand Instrumente zu kaufen“, sagt sie.

„Die Kinder haben ihr Instrument, ihre Stimme, immer dabei“, ergänzt Julio Fernández, der an der Hochschule auch den Chor „IntoNation“ leitet.

So steht der Chor „ThinkMusic!“, den es schon seit sechs Jahren gibt, am Freitag vor seinem großen Auftritt. Das Konzert am 10. Juni beginnt um 19 Uhr im Bürgerhaus (Kirchheide 49). Karten gibt es im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus.

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