Wann bitte kommt der Bus? Seit der brückensperrung müssen Nutzer in Huchting länger warten - aber wie lang wissen sie ohne Anzeigetafeln nicht. Foto: pv
Investition

Wann kommt der Bus – Anzeigetafeln für Huchting?

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Fünf, 15 oder doch 30 Minuten bis zum nächsten Bus? Durch Staus kommen Busse in Huchting unregelmäßig. Die Linke im Beirat fordert deshalb elektronische Wartezeit-Anzeigetafeln an den Haltestellen - doch die sind teuer.

„Insbesondere zu Stoßzeiten passiert es jetzt öfter, dass man bis zu 30 Minuten an einer Haltestelle steht, ohne dass ein Bus in Sicht ist“, berichtet das Huchtinger Beiratsmitglied Michael Horn (die Linke) aus seinen Erfahrungen.

„Gerade dann, wenn man sich leicht entnervt zu Fuß auf den Weg gemacht hat, kommen dann auf einmal drei Busse gleichzeitig an.“

Anzeigetafeln sollen Wartezeit mitteilen

Der Kommunalpolitiker fordert nun, dass schnellstmöglich alle Huchtinger Bushaltestellen an das elektronische Fahrgastinformationssystem angeschlossen werden über das die Reisenden informiert werden, wann die nächste Fahrmöglichkeit besteht.

„Durch diese Info-Tafeln werden zwar keine Verspätungen verhindert. Sie tragen aber dazu bei, dass die Wartenden besser informiert sind, wann der nächste Bus kommt – oder eben nicht“, begründet Horn.

BSAG: „Nachrüstung in Huchting wäre teuer“

„Ich weiß gar nicht, ob das technisch so leicht umgesetzt werden könnte“, erklärt BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer. „Aber das könnte man natürlich prüfen, wennHuchting es den Wunsch danach gibt. Problematischer sehe ich die Kosten.“

Bei neugebauten Haltestellen seien die „Dynamischen Fahrgastinformationen“, so der Fachbegriff, immer eingeplant – „aber alte Stationen nachzurüsten ist teuer.“ Ausschließen möchte er die Möglichkeit nicht – „doch sicherlich müsste sich noch jemand an der Finanzierung beteiligen.“

Die Aufstellung einer elektronischen Anzeigetafel kostet einen niedrigen fünfstelligen Betrag.

Andere Fraktionen glauben nicht an Umsetzbarkeit

Andere Vertreter des Beirats halten den Vorstoß von Horn denn auch für unrealistisch. Bernhard Siepker (CDU) vom Verkehrsausschuss würde die Aufstellung von Anzeigetafel n begrüßen. „Aber das braucht eine lange Vorlaufzeit. Bis die aufgestellt sind, ist die Brücke wieder offen.“

Der Sprecher des Ausschusses, Heinz Böse (SPD) sieht vor allem das Finanzierungsproblem. „Die BSAG wird nicht plötzlich zehntausende Euro investieren. Und der Stadtteil wird sicher auch nicht sein Geld dafür bereitstellen wollen.“

„Nette Idee, aber nicht vorstellbar“, glaubt auch Annemarie Werner (Grüne). „Die BSAG ist sehr zurückhaltend, was Investitionen in Huchting angeht.“

Andere Vorschläge für Busverkehr bereits abgelehnt

Auch der Vorschlag, in ganz Huchting während der brückensperrung das kurzstreckenticket einzuführen, war von der BSAG immer wieder abgelehnt worden.

Hintergrund für diese Idee war der Gedanke, dass viele Fahrgäste durch die Unterbrechung des Busringverkehrs während der Brückensperrung mehr Stationen für die gleiche Strecke zurücklegen müssen.

„Außerdem hätte die Einführung das Busfahren in Huchting wieder attraktiver gemacht“, so Horn. „Man muss die Leute aus dem Auto in andere Verkehrsmittel holen, wenn man Verkehrschaos während der Sperrung verhindern will.“

Anzeige-App: nicht jeder Busnutzer hat Smartphone

Meyer von der BSAG schlägt derweil vor, sich eine App herunterzuladen, welche die Wartezeit ebenso anzeigt, wie eine Anzeigetafel (außer diese Woche, während der die Anzeige wegen eines Updates nicht funktioniert).

Doch Horn hält das für keine Lösung: „Gerade Ältere und Kinder, also typische Busnutzer, haben oft noch kein Smartphone zur Verfügung“, gibt er zu bedenken.
Horn glaubt trotzdem noch an seinen Antrag. „In anderen Stadtteilen gibt es an jeder kleinen Haltestelle eine Anzeige“, sagt er. „Aber wenn wir nicht nerven und mal was fordern, dann haben wir auch keine Chance, was zu ­bekommen.“

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