Kein Geld, Privatinsolvenz, Schulden, Symbolfoto/pixabay Kein Geld mehr im Portemonnaie? Das geht in Bremen viele Menschen so. Symbolfoto: Pixabay
Privatinsolvenz

Überschuldung trifft besonders viele Bremer

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In keinem anderen Bundesland ist der Anteil an überschuldeten Bürgern so hoch wie in Bremen. Für die Privatinsolvenz gibt es viele Gründe, und es sind auch Senioren und Jugendliche betroffen. Doch es gibt einen Ausweg.

In Bremen gibt es mit Abstand die meisten Personen, die eine Privatinsolvenz angemeldet haben. „Da sind wir schon seit vielen Jahren Spitzenreiter“, bestätigt Corina Lechner von der Schuldnerhilfe Bremen. Das bedeutet in Zahlen, dass in der Hansestadt 1,41 Prozent der Bevölkerung eine Privatinsolvenz angemeldet haben, während es im Bundesdurchschnitt nur 0,85 Prozent sind.

„Dafür gibt es in Bremen viele Faktoren“, erklärt die Schuldnerberaterin. Da wären zum Beispiel die hohen Arbeitslosenzahlen und die hohe Zahl von Alleinerziehenden, die eine besonders gefährdete Gruppe darstellen, so Lechner.

Daneben seien Senioren immer stärker von der Privatinsolvenz bedroht. Die Ursachen dafür sind neben dem sinkenden Rentenniveau und der gestiegenen Besteuerung der Rentenzahlungen auch Erkrankungen im Alter und die damit verbundenen Kosten.

Nicht nur Jugendliche aus sozialschwachen Verhältnissen

Eine andere gefährdete Gruppe sind Jugendliche, die sich immer öfter wegen des Handyvertrags, Onlineshopping oder dem Kauf von Elektronikartikel auf Kredit verschulden.

„Das betrifft nicht nur Teenager aus sozialschwachen Verhältnissen“, berichtet Lechner. „Wir haben auch einige Jugendliche mit wohlhabendem Elternhaus, die bei uns in der Beratung sind.“

Am Ende ist die Streichung der Restschulden das Ziel

Nach dem Anmelden der Privatinsolvenz beginnt die sogenannte Wohlverhaltensphase an deren Ende im Idealfall die Befreiung von den Restschulden steht. Dafür müssen die Schuldner bestimmte Pflichten erfüllen.

Der Schuldner muss alle Beträge des pfändbaren Sach- und Geldvermögen an den Treuhänder abgeben und außerdem müssen die betroffenen Personen eine angemessene Tätigkeit haben oder sich um eine  solche bemühen.

„Für unsere Kunden haben wir da einen positiven Trend“, sagt Lechner. „Wer sich für den Weg der Privatinsolvenz entschieden hat, geht ihn meist bis zum Schluss.“

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