Der Spielplatz Blanker Hans in Huchting ist marode, das Seilbahn-Schiff muss daher 2017 durch etwas neues ersetzt werden. Nur drei der elf städtischen Spielplätze im Stadtteil bekommen einen guten Zustand zum Spielen bescheinigt. Foto: Schlie Genießen, solange es geht: Das Seilbahnschiff am Spielplatz Blanker Hans in Huchting ist marode und muss abgebaut werden. Dann ist Zeit für etwas Neues. Foto: Schlie
Spielplatzsanierung

Marode Bremer Spielplätze: Jetzt ist Huchting dran

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Nur drei von elf städtischen Spielplätzen in Huchting sind in gutem Zustand. In die Anlage "Blanker Hans" soll aber investiert werden. Geplant ist ein Naturerlebnisraum, auf dem Kinder möglichst "wild" spielen können.

Nur ein einzelnes Mädchen spielt an diesem frühen Nachmittag auf dem Spielplatz Blanker Hans in Huchting. Immer wieder fährt sie auf der Seilbahn zwischen Bug und Heck des Spielschiffes hin und her. „Das ist mein Lieblingsgerät“, erklärt die Zehnjährige.

Spielplatz „Blanker Hans“ wird neu gestaltet

Diesen Sommer über kann sie die Seilbahn noch so oft nutzen, wie Wetter und Hausaufgaben es zulassen. Ab 2017 aber soll der Spielplatz dann mit neuen Geräten ausgestattet werden, damit auch die nächsten Kindergenerationen dort spielen können.

Der Platz wurde zuletzt 1999/2000 neu gestaltet. Seitdem ist das Holz des Seilbahn-Schiffs verwittert – in den vergangenen fünf Jahren habe man immer häufiger und aufwändiger dafür sorgen müssen, dass die Sicherheit der Seilbahn gewährt blieb. „Mittlerweile ist es sinnvoller, neu zu investieren als weiter zu reparieren“, so David Lukaßen, Sprecher des Sozialressorts.

Huchting profitiert vom Spielplatz-Sanierungs-Geld

Dass die Neugestaltung im großen Umfang überhaupt möglich ist, steht noch gar nicht so lange fest. Nach Berichten über marode Spielplätze stellte die Landesregierung im Doppelhaushalt 2016/17 700.000 Euro mehr für die Verbesserung von Spielflächen bereit – insgesamt steht nun eine Million Euro pro Jahr zur Verfügung.

Mindestens 150.000 Euro soll die Sanierung des Spielplatzes am Blanker Hans kosten – viel Geld, wenn man bedenkt dass Bremens 326 Spielplätze und 77 Bolzplätze hat und auch nach der großen Aufstockung insgesamt „nur“ eine Million Euro zur Verfügung steht.

Durch Personalmangel verzögert sich der Umbau etwas

Huchting wird auch deshalb etwas großzügiger bedacht, weil es 2016 leer ausgeht. Das Schiff wird erst 2017 abgebaut und durch etwas Neues ersetzt. Denn bei den Maßnahmen, die sofort angegangen werden, wurde nicht nur beurteilt, wie dringend die Maßnahme ist, sondern auch, ob sie schnell realisierbar sind.

Im Amt für Soziale Dienste herrschte aber zuletzt Personalmangel. In der „Initiativberatung Süd“, die für Spielplätze im Bremer Süden zuständig ist, war eine Stelle einige Zeit unbesetzt – daher musste die Planung für Spielplätze links der Weser etwas nach hinten geschoben werden.

Spielplatz in Grolland muss ganz neu geplant werden

Der Bedarf wäre dagegen durchaus schon früher gegeben. Von den elf städtischen Spielplätzen im Stadtteil bekommen nur drei einen guten Zustand bescheinigt, wie eine Kleine Anfrage der Linken Anfang Juni ergab.

Immerhin fünf Spielplätze bekommen einen mittleren Zustand bescheinigt. Als „schlecht“ bewertet ist neben der Fläche am Blanker Hans auch der Spielplatz an der Stedingsehre. „Nicht vorhanden“ würde es eher treffen.

Der Spielplatz dort ist in den vergangenen Jahren Stück für Stück abgeräumt worden, da die dortigen Geräte nicht mehr sicher waren. Was dort in Zukunft geschehen soll, ist noch nicht entschieden – nicht alle Anwohner wollen an dieser Stelle eine Spielfläche sehen. Ein Beteiligungsverfahren mit Grollander Bürgern wird noch folgen.

Wildnis statt Geräte: Naturerlebnisraum im Gespräch

Ein weiterer Platz, an dem in Huchting investiert werden soll, ist das Gelände an der Maulwurfallee, nahe der Oberschule Hermannsburg. Schon seit 1975 ist die Fläche im Bebauungsplan als Spielplatz vorgesehen. Doch gestaltet wurde er nie, so dass die Fläche mit der Zeit zuwucherte.

Aus dieser Not, so die vorläufige Planung, möchte die Stadt eine Tugend machen: Auf dem Gelände soll ein Naturererfahrungsraum entstehen, eine Fläche, auf der sich die Kinder  möglichst „wild“, frei und ohne Vorgaben von Spielgeräteplanern mit der Natur beschäftigen können – ähnlich, wie heute schon in der Kinderwildnis auf der Werderinsel oder in Walle.

Dass Interesse an solchen alternativen Formen bestehen kann, hat sich erst kürzlich bei einer Bürgerbeteiligung in Brinkum gezeigt,wo auch Wünsche wie „Bäume zum Klettern“, „Büsche zum Verstecken“, oder auch „Matsch“ genannt wurden. Ob und wann eine Huchtinger Wildnis kommt, steht aber noch nicht fest – auch hier müssen erst noch Kinder, Jugendliche, Eltern und Anwohner befragt werden.

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