Torsten Freese und Sebastian Martin (links und Dritter von links) von Indumess zeigen Siegfried Ziegert von der Wirtschaftsförderung (Zweiter von links) und dem Gewerbeimmobilienexperten Horst Kammeier (r.) den Messvorgang zur Produktüberprüfung einer Turbinenschaufel. Foto: Möller Torsten Freese und Sebastian Martin (links und Dritter von links) von Indumess zeigen Siegfried Ziegert von der Wirtschaftsförderung (Zweiter von links) und dem Gewerbeimmobilienexperten Horst Kammeier (r.) den Messvorgang zur Produktüberprüfung einer Turbinenschaufel. Foto: Möller
Wirtschaftsförderung

Exakte Messergebnisse für die Qualitätssicherung

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Gegen den Landestrend verzeichnet der Landkreis Osterholz mehr Existenzgründungen. Als gutes Beispiel dafür gilt das vor einem Jahr an der A 27 gegründete Unternehmen Indumess, das für gute Qualitätssicherung sorgt.

Die Turbinenschaufel soll bald im Triebwerk eines Flugzeugs landen. Die Qualitätskontrollen für jedes vorgefertigte Bauteil sind entsprechend hoch. Torsten Freese gleicht sämtliche Planvorgaben ab, ihn interessieren am Millimeter auch die Stellen hinter dem Komma. Dafür setzt er hochsensible Messinstrumente ein. Bei der so genannten taktilen Messung wird das sorgsam eingespannte Metallteil vollständig abgetastet und später am Computer mit der Bauzeichnung auf Abweichungen ver­glichen.

Freese ist Maschinenbauingenieur und hat sich genau auf diese Tätigkeit spezialisiert. „Wir vermessen hier alles, sei es stecknadelkopfgroß oder ein ganzes Schiff“, sagt der 32-Jährige. Die mittelständische Industrie benötigt fürs Qualitätsmanagement die Ergebnisse hochsensibler Messtechnik, dafür gleich eine eigene Abteilung mit qualifiziertem Personal und kostspieligem Equipement vorzuhalten, ist nicht überall leistbar oder sinnvoll. „Jeder sollte sich auf den wertschöpfenden Teil seiner Arbeit konzentrieren“, sagt Freese.

Qualitätssicherung für Dritte als Geschäftsidee

Sein eigener Weg in die Selbstständigkeit führt ihn über das benachbarte Unternehmen Prae-Turbo, wo er in leitender Funktion im Qualitätswesen tätig war. Seine daraus erwachsene Geschäfts­idee, der Industrie hochwertige Dienstleistungen zu erbringen, kommt an.

Auch, weil Freese im Gewerbepark an der A 27 in direkter Nachbarschaft zu Firmen angesiedelt ist, die beispielsweise als Zulieferer in der Automobilindustrie strengen Produktkontrollen unterliegen.

Förderung erst nach bürokratischem Aufwand

Rund 800.000 Euro hat Freese in seine Messgeräte inves­tiert. Über die Wirtschaftsförderung des Kreishauses konnte er auch öffentliche Fördertöpfe anzapfen. Weil das oftmals mit viel bürokratischem Aufwand passiert und der Nutzen sehr überschaubar blieb, setzt er künftig auf andere Wege.

Ganz wichtig ist und bleibt der Kontakt zu Horst Kam­meier. Dem Spezialisten für Gewerbeimmobilien verdankt er, die Last eines eigenen Hallenbaus nicht tragen zu müssen. Kammeier macht in Osterholz den Unterschied, neben der staatlichen Wirtschaftsförderung wirkt der Allrounder ganz praktisch und förderte Indumess beispielsweise durch die Bereitstellung passgenauer Räume.
Dankbar ist Freese auch den regionalen Banken, die im Landkreis Osterholz quasi zum Netzwerk der Wirtschaftsförderung gezählt werden können. „Wenn wir in kleine Unternehmen investieren, bringt das eine ungeheure Dynamik in die Wirtschaft und hat hohe Arbeitsplatzeffekte“, sagt Wirtschaftsförderer Siegfried Ziegert. Dass das gefühlt gute Gründungsklima nun auch durch Zahlen der Industrie- und Handelskammer belegt wird, freut ihn umso mehr.

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