Harald Kühn (Dritter von links), ehemaliger Vorsitzender des Heimatvereins, erinnerte Montag am Grab von Johann Hieronymus Schroeter an das Wirken des Oberamtmanns und bedeutenden Astronomen. Fotos: Duwe Harald Kühn (am Mikrophon), ehemaliger Vorsitzender des Heimatvereins, erinnerte Montag am Grab von Johann Hieronymus Schroeter an das Wirken des Oberamtmanns und bedeutenden Astronomen. Fotos: Duwe
200. Todestag

Schroeter: Ehrung für den bekanntesten Lilienthaler

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Der Oberamtmann Johann Hieronymus Schroeter wählte 1782 Lilienthal wohl auch ob seiner Kleinheit für seine berufliche Tätigkeit aus. Dort erfüllte er gewissenhaft sein Amt und es blieb Zeit für seine zweite Leidenschaft.

Mit einer Feierstunde am Grab neben der Klosterkirche, einer Ausstellungseröffnung im Heimatmuseum, einem Büchertisch in Murkens Hof und Aktivitäten im Telescopium beim Borgfelder Landhaus wurde Montag an das Wirken von Johann Hieronymus Schroeter erinnert. Bürgermeister Willy Hollatz nannte den vor 200 Jahren Verstorbenen den wohl berühmtesten Bürger der Wümmegemeinde.

Schroeter trat seinen Dienst als Oberamtmann in Lilienthal am 1. Mai 1782 an. Harald Kühn, ehemaliger Vorsitzender des Heimatvereins und Mitautor des 2013 erschienen Buches „Von der Sternenwelt fasziniert“, gab Montag Einblicke in das Leben Schroeters.

Schroeter wurde als Astronom weltberühmt

Die Stelle im recht kleinen Amt Lilienthal ließ ihm ausreichend Zeit für seine astronomischen Experimente. Er begann früh mit dem Bau von Spiegelteleskopen, der heutige Amtsgarten wurde sein Observatorium, schließlich die größte Sternwarte auf dem europäischen Kontinent.  1793 entstand das 27-füßige Teleskop, dessen originalgetreuer Nachbau gerade Ende vergangenen Jahres beim Borgfelder Landhaus eingeweiht wurde.

Damit sorgte Schroeter für weltweites Aufsehen. Er stand in Kontakt zum Bremer Astronomen Wilhelm Olbers, dem Theologen Karl Ludwig Harding, dem Mathematiker Friedrich Wilhelm Bessel und dem Professor Karl Friedrich Gauß. Er wurde im Briefwechsel Goethes mit Schiller genannt, seine Mondbeobachtungen brachten ihm wissenschaftliche Anerkennung und geografische Namensbenennungen auf dem Erdtrabanten ein. Schroeter gründete 1800 die Astronomische Gesellschaft und verfasste mit den „Selenotopographischen Fragmenten zur genaueren Erkenntnisse der Mondoberfläche“ zwei bedeutende Werke.

Heimatverein entdeckte Schroeter-Nachfahren

Dem Heimatverein ist es zu verdanken, dass vor Jahren Nachfahren von Schroeter ausgemacht werden konnten. Schroeter hatte mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Ahlke Lankenau einen Sohn, Johann Friedrich.

Der Heimatverein fand Nachfahren, in Deutschland Dr. Heide Bittner und in den USA Herbert F. Schroeter und Carol Page. Den Heimatforschern war es auch gelungen, die Verwandten Schroeters zu Besuchen nach Lilienthal einzuladen. Zur Gedenkveranstaltung am Montag konnte Harald Kühn Botschaften von Dr. Bittner, Herbert Schroeter und Carol Page verlesen, die erfreut sind, welche Anerkennung ihrem Vorfahren bis heute entgegengebracht wird.

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