Thorgan Hazard (l.) umkurvt Jaroslav Droby. Der Belgier erzielte die ersten beiden Treffer für die Gastgeber. Foto: nph Thorgan Hazard (l.) umkurvt Jaroslav Droby. Der Belgier erzielte die ersten beiden Treffer für die Gastgeber. Foto: nph
Erneute Pleite

1:4 – der SV Werder geht in Mönchengladbach unter

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Erneut eine Blamage für den SV Werder: Mit einer vor allem vor der Pause grottenschlechten Leistung gehen die Bremer mit 1:4 bei Borussia Mönchengladbach unter. Die dritte Pleite im dritten Liga-Spiel.

Gab es  jemals eine schlechtere Halbzeit einer Werder-Mannschaft als die ersten 45 Minuten gestern Abend im Borussia-Park? Diese Frage ist wahrlich schwer zu beantworten. Allerdings wird die Leistung der elf Profis in Grün-Weiß wohl einen Spitzenplatz in dem negativen Ranking bekommen.

Werder verlor das Spiel schlussendlich nach 90 Minuten mit 1:4, entschieden war es aber bereits nach zum Seitenwechsel, als Mönchengladbach bereits mit 4 Toren vorne lag.

Fragwürdige Personalentscheidungen

Dem vorangegangen war erneut eine katastrophale Defensiv-Leistung der Bremer, an der Trainer Viktor Skripnik eine erhebliche Mitschuld trug.

Robert Bauer wurde als Konkurrenz für Rechtsverteidiger Theo Gebre Selassie eingekauft, spielte zudem in Ingolstadt eine ganze Halbserie linker Verteidiger. Gestern musste er – wie beum 0:6 in München – im defensiven Mittelfeld ran.

Diagne versagte völlig

Ulisses Garcia verteidigte links, war völlig überfordert. Und rechts lieferte Gebre Selassie sein schwächstes Spiel im Werder-Dress ab.

Skripnik setzte in den Innenverteidigung auf Fallou Diagne, der erfahrene Niklas Moisander nahm auf der Bank Platz ab. Was Diagne dann ablieferte, spottete wirklich jeder Beschreibung. „Kreisliga-Niveau“ wäre eine Beleidigung für jeden Amateur-Kicker.

Doch Wechsel im Tor

Die größte Überraschung lieferte der Trainer mit dem Wechsel im Tor. Nachdem er Felix Wiedwald noch eindeutig den Rücken gestärkt hatte und ihm einen Einsatz in Mönchengladbach zugesichert hatte, stellte er gestern Jaroslav Drobny auf – was für ein Zick-Zack-Kurs.

Egal, was sich Skripnik bei seinen Maßnahmen gedacht hatte, sie gingen alle grandios in die Hose. Die Viererkette bot ein katastrophales Bild. Es gab keinerlei Abstimmung, nicht den Ansatz von Kompkaktheit oder Stabilität.

Besserung nach der Pause

Wie fürchterlich die Entscheidungen vor dem Spiel gewesen waren, zeigte das Spiel in der zweiten Hälfte. Klar, die Gastgeber schonten bereits ihre Kräfte. Aber Werder stand nun wesentlich besser und sicherer, hatte auf ein 4-1-4-1 umgestellt und die Spieler agierten nun auf ihren angestammten Positionen.

Der herrliche Anschlusstreffer von Serge Gnabry war trotzdem nur ein äußerst schwacher Trost. Zumal auch noch der eingewechselte Aron Johannsson wegen Meckerns die Rote Karte sah und nun wohl gesperrt wird.

Höhepunkte:

5. Minute: Diagne mit einem Riesenbock im Aufbau. Hazard ist schon an Drobny vorbei, aber Diagne rettet noch.
11.: 0:1 – Ballverlust im Vorwärtsgang, Gere Selassie grätscht daneben.  Über Johnson kommt der Ball zu Hazard, der ohne Probleme aus zwölf Metern einschiebt.
17.: 0:2 – Befreiungsschlag vom Ex-Werderaner Vestergaard. Der Ball segelt 60 Meter – und über den Kopf von Diagne. Hazard läuft alleine Drobny zu und vollstreckt eiskalt.
20.: 0:3 – Kapriolen im Bremer Strafraum. Gebre Selassie schießt Sané an, der Ball trudelt Richtung Tor, wo Drobny nicht herankommt, dafür aber Stindl foult. Rafael verwandelt souverän.
39.: Drobny klärt mit einer Fußabwehr gegen Johnson, der völlig frei vor ihm stand.
41.: 0:4 – Diagne fälscht eine Flanke von Stindl ab. Traoré reagiert am schnell, während Gebre Selassie nur zuschaut, und trifft aus der Drehung.
55.: Yatabaré ist frei vor Sommer, schießt aber weit über das Tor.
73.: 1:4 – Johannsson lupft den Ball in den Lauf von Gnabry, der ihn volley aus 15 Metern hoch ins Tor drischt – ein wunderbarer Treffer.
80.: Johannsson beschwert sich bei Schiedsrichter Tobias Stieler und sieht die Rote Karte.

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