Kommt es trotz aller Vorsicht doch einmal zu einem Wildunfall, sollten Autofahrer sich an Ort und Stelle mit der Polizei oder – falls bekannt – dem zuständigen Jagdpächter in Verbindung setzen. Foto: DJV/Börner Kommt es trotz aller Vorsicht doch einmal zu einem Wildunfall, sollten Autofahrer sich an Ort und Stelle mit der Polizei oder – falls bekannt – dem zuständigen Jagdpächter in Verbindung setzen. Foto: DJV/Börner
Damwildbrunft

Osterholzer Jäger warnen vor erhöhtem Wildwechsel

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Wenn die Bäume sich bunt färben und das Laub fällt, wirken Landstraßen und Alleen idyllisch. Für Autofahrer ist mit dem Beginn der dunklen Jahreszeit jedoch vor allem eines angesagt: erhöhte Wachsamkeit vor Wildwechsel.

Wenn dieser Tage das erste Laub fällt und sich Frühnebel über die Landschaft legt, können gerade Landstraßen zu einer rutschigen Angelegenheit für Autofahrer werden. Hinzu kommt nun aber auch noch eine steigende Gefahr von Wildunfällen.

„Das Wild zieht vor allem in der Dämmerung. Und die rückt aufgrund der kürzer werdenden Tage nun morgens und abends in den Berufsverkehr“, erklärt Kreisjägermeister Heiko Ehing.

Hirsche sind im Liebesrausch

Hinzu kommt, dass Reh, Wildschwein und Co. sich neue Verstecke suchen müssen. Schließlich werden dieser Tage allerorten die Getreide- und Maisfelder abgeerntet. „Dann suchen die Tiere erst einmal und sind viel mehr unterwegs als sonst“, erklärt Ehing.

Außerdem beginnt Anfang Oktober die Damwildbrunft. Im Liebesrausch sind die Hirsche dann auf der Suche nach weiblichen Paarungspartnern und queren quasi ohne Rücksicht auf Verluste Wiesen, Felder und Straßen. „Besonders gefährliche Stellen im Landkreis Osterholz sind diesbezüglich der Nordkreis sowie der Bereich um Garlstedt“, sagt der Kreisjägermeister.

Maximal mit 70 Kilometern pro Stunde fahren

Heiko Ehing rät deshalb allen Verkehrsteilnehmern, Landstraßen mit besonderer Wachsamkeit und deutlich reduziertem Tempo zu passieren. „Bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 70 Kilometern pro Stunde können die Tiere Autos noch einschätzen – danach nicht mehr.“

Sollte ein Reh auf die Fahrbahn laufen, sei auch stets mit nachfolgenden Tieren zu rechnen. „Während Hirsche auch mal allein unterwegs sind, können es beim weiblichen Wild durchaus zehn bis 15 Tiere nacheinander sein, die über die Straße laufen“, sagt Heiko Ehing.

Fernlicht ausschalten und hupen

Besonders gern hielten sich die Tiere am Straßenrand auf. Denn wenn diese erst kürzlich gemäht worden seien und frische Kräuter sprießen, sei dies ein wahres Festmahl für die Wald- und Wiesenbewohner.

Der Kreisjägermeister hat auch noch Tipps für die Nachtfahrten parat: „Sollte im Dunkeln ein Tier vor dem Fahrzeug auftauchen, sofort das Fernlicht ausschalten, weil die Tiere sonst geblendet werden und einfach stehenbleiben.“ Zudem empfehle es sich, zu hupen, um das Wild zu vertreiben.

Nach einer Kollision sofort die Polizei rufen

Kommt all das zu spät, sollte der Verkehrsteilnehmer auf keinen Fall ausweichen, sondern – sofern ABS an Bord – eine Vollbremsung einleiten. Oft endeten Ausweichmanöver nämlich am Baum. „Und dann kann man nichtmal nachweisen, dass Wild im Spiel war. Nachher heißt es: Der hat sein Handy im Fußraum gesucht“, so Ehing.

War eine Kollision mit dem Tier nicht zu vermeiden und es hat gekracht, sollten Autofahrer umgehend anhalten und die Polizei verständigen. „Die haben alle Lis­ten der zuständigen Jagdpächter von mir bekommen“, erklärt Ehing. Sei das Tier verendet, empfehle es sich, dieses zumindest von der Fahrbahn zu ziehen.

Verletzte Tiere sollten hingegen in Ruhe gelassen werden. „Der Mensch ist der Urfeind. In der Not wehren sich die Tiere dann noch einmal, was etwa bei Wildschweinen böse ausgehen kann.“ Daher sollte schlichtweg auf die Ankunft des Jägers gewartet werden.

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