Prae-Energie-Geschäftsführer Kai Coppel (links) zeigt Wirtschaftsförderer Siegfried Ziegert den etwa zehn Meter langen und fast 1,50 Meter breiten Wärmetauscher auf dem Hallendach von Prae-Turbo. Foto: Möller Prae-Energie-Geschäftsführer Kai Coppel (links) zeigt Wirtschaftsförderer Siegfried Ziegert den etwa zehn Meter langen und fast 1,50 Meter breiten Wärmetauscher auf dem Hallendach von Prae-Turbo. Foto: Möller
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Weniger Energieverbrauch durch mehr Effizienz

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Im Landkreis Osterholz gibt es entgegen dem Landes­trend wieder mehr Gewerbeanmeldungen. Neben den reinen Existenzgründungen fallen auch Ausgründungen ins Gewicht, wie das Beispiel des Unternehmens PRAE-Energie beweist.

Kai Coppel kam zur Prae-Firmengruppe, als er seine Studienabschlussarbeit im Bereich Energietechnik schrieb. Danach bekam er die Chance, dort mit einer eigenen Firma weiterzuarbeiten. Coppel organisiert mit seiner Prae-Energie das Energiemanagement für die Firma PRAE-TURBO GmbH im Gewerbepark an der A 27. Als eigenständige Firma kann er gleichzeitig für weitere Unternehmen Dienstleistungen im Bereich Energieberatung anbieten.

Als Energieberater gibt es für Coppel aber schon bei PRAE-TURBO eine Menge Arbeit. Dort werden Verdichterräder für Abgasturbolader durch fünfachsige Zerspanung hergestellt. Man verbucht ein rasantes Wachstum, somit auch steigende Energieeinsparpotenziale. Nach der Gründung von PRAE-TURBO im Jahr 2003 wurde bereits zwei Jahre nach dem Aufbau der Fabrikation ein zweiter Hallenteil errichtet. Eine weitere, komplett neue Halle, wurde dann 2015 erbaut. Aus rund 70 Beschäftigten vor fünf Jahren sind aktuell 331 geworden, gearbeitet wird im Vier-Schicht-Betrieb, rund zehn Millionen Verdichterräder verlassen jährlich das Werk.

Schärfere Umweltanforderungen fördern die Nachfrage

„Die vollautomatischen Produktionsabläufe mit Industrierobotern wurden hauseigen entwickelt“, sagt PRAE-TURBO Werksleiter Jonas Keune. Verschärfte Emmissionsvorschriften für Kraftfahrzeuge führen zu einem immer stärkeren Einsatz von Turboladern in Pkw- und Lkw-Motoren, die Nachfrage von gefrästen Verdichterrädern aus Aluminium oder Titan bleibe steigend, PRAE-TURBO weitet seine Produktion gerade nach Mexiko und China aus.

Präzision bei der Herstellung ist oberstes Gebot, im Werk muss auch auf Energieeffizienz geachtet werden. Kai Coppel hat noch während seiner Tätigkeit als Werksstudent daran mitgewirkt, Kosten im hohen sechsstelligen Bereich einzusparen. Bei den Arbeitsvorgängen des Fräsens entsteht viel Wärme. Wärmeentwicklung soll aber weder Mensch noch Maschine zu stark belasten, Coppel konnte den Werkzeugmaschinen anstelle einer konventionellen Maschinenkühlung ein System mit freier Kühlung verpassen. Anstelle von teurem Strom, der für die Kältemittelverdichter notwendig war, wird die Wärme nun über Wärmetauscher zu einem zentralen Rückkühler auf dem Dach umgeleitet.

Maßnahmen für weniger Energieverbrauch zahlen sich aus

„Die Amortisation kann über einen Zeitraum von unter zwei Jahren gelingen“, rechnet Kai Coppel vor. Ebenfalls konnte die überschüssige Abwärme an den Druckluftkompressoren durch ein Wärmerückgewinnungssystem dafür genutzt werden, das Heizungs- und Brauchwasser des kompletten Neubaus zu erwärmen. Mit Zu- und Abluftkanälen an den Kühlaggregaten der Fräsmaschinen konnte eine weitere Kühlung der Hallen organisiert werden, Coppel hat auch das beim Fräsen benötigte Reinigungswasser im Auge, hier kann die Erwärmung des Wassers ebenfalls effizient durch Wärmerückgewinnung geschehen.

Für PRAE-TURBO hat Coppel gerade daran mitgewirkt, das vorgeschriebene Zertifizierungsverfahren fürs betriebliche Energiemanagemant zu verlängern. „Das bin ich in der Lage, auch in anderen Firmen durchzuführen“, sagt der 29-Jährige. Zu seinen Dienstleistungen zählen auch, Ausschreibungen zur Energiebeschaffung durchzuführen, Energieanalysen mit eigenem Messgerät vorzunehmen und Förderungen zu identifizieren und zu beantragen.

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