Streitthema Wettbüros (Aufnahme von der Gröpelinger Heerstraße): Eine Veränderung des Straßenbildes monieren die Antragssteller, die Betreiber fühlen sich ungerecht behandelt.Foto: WR Bei der Besteuerung für Wettbüros (hier: Gröpelinger Heerstraße) sind Grüne und FDP anderer Meinung. Foto: WR
Grüne gegen FDP

Pro & Contra: Braucht Bremen die Wettbürosteuer?

Von
SPD und Grüne wollen einen Antrag durch die Stadtbürgerschaft bringen, wonach Sportwetten-Anbieter künftig eine Steuer nach der Fläche ihres Geschäfts zahlen sollen. Die FDP aber sieht die Zusatzsteuer kritisch.

Pro: Wettleidenschaft muss eingedämpft werden

Björn Fecker

Björn Fecker

Wettbüros nehmen in einigen Bremer Stadtteilen inzwischen überhand. In vielen Teestuben, Cafés oder Kiosken können Sportwettbewerbe oder Pferderennen im Hinterzimmer live mitverfolgt werden. Die Möglichkeit, spontan Wetten auf das Ergebnis abzuschließen, erhöht die Spielsuchtgefahr. Wettsucht vernichtet Existenzen.

Manche Familie in Bremen hat nicht genug zum Essen, weil der Mann das Geld verzockt. Der Schaden für die Gesellschaft ist immens. Das ausufernde Geschäft mit der allzu oft ruinösen Wettleidenschaft muss eingedämmt werden.

Die Wettbürosteuer ist dafür ein Baustein, weil die Gewinne für die Betreiber damit kleiner werden. Das allein reicht aber nicht aus. Nötig ist auch eine deutlich stärkere Kontrolle der Wettanbieter, um gerade junge Menschen vor der Spielsucht zu bewahren. Hier muss die Stadt aktiver werden, um gerade auch die illegalen Wettangebote zu unterbinden.

Björn Fecker, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen

Contra: Besser vor Ort als im Internet

Hauke Hilz

Hauke Hilz

Es ist immer noch besser, Wettbüros vor Ort zu haben, als Spieler ins Internet zu drängen, wo keine wirksame Kontrolle und Suchprävention möglich ist. Eine Wettbürosteuer, wie SPD und Grüne sie vorschlagen, würde aber genau das bewirken.

Die Steuer wird viele Anbieter davon abhalten, Wetten in örtlichen Wettbüros anzubieten. Sie werden dann entweder ins niedersächsische Umland ziehen oder ganz auf den Internetmarkt setzen. So verringert man weder die Risiken der Suchtgefahr durch Sportwetten noch wird es zusätzliche Steuereinnahmen geben.

Eine Verdrängung in den Online-Markt, vielleicht sogar auf ausländische Server, erschwert darüber hinaus weitere Maßnahmen zur Glückspiel- und Wettsuchtprävention –  insbesondere den Jugendschutz. Wir Freie Demokraten lehnen daher eine solche Steuer ab und setzen auf bessere Aufklärung und Prävention vor Ort.

Hauke Hilz, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender FDP

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