Die Mitglieder des Jugendbeirates verteilten die Entchen. Foto: Schlie Die Mitglieder des Jugendbeirates verteilten die Entchen. Foto: Schlie
Engagierte Jugend

Mit gelben Quietsche-Entchen gegen Schlaglöcher

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Ungewöhnliche Protestaktion: 500 gelbe Gummitierchen haben Schüler in Oberneuland an ihre Kameraden verteilt. Sie sollen in Schlaglöcher gesetzt und fotografiert werden – und das nicht, weil es so niedlich aussieht.

Eine große Pause gönnten sich Tjark Berg, Johanna Schuhose und Anna Boysen – alle Schüler der Oberschule Rockwinkel – an diesem Montag nicht. Vielmehr saßen sie während der Auszeit vom Unterricht im Foyer der Oberneulander Bildungsstätte und verteilten kleine, gelbe Quietsche-Entchen an ihre Mitschüler.

Diese werden zunächst keineswegs in der heimischen Badewanne zum Einsatz kommen, sondern auf der Straße. „Die Gummitiere sollen in Schlaglöcher gesetzt und fotografiert werden“, sagt Tjark, Sprecher des Jugendbeirats. Dieser sammelt die Fotos und will daraus eine Collage machen.

Ziel: Aufmerksamkeit auf marode Straßen lenken

Ziel des Unterfangens: „Wir wollen auf die desolaten Straßenverhältnisse im Stadtteil aufmerksam machen. Folglich werden die Bilder in absehbarer Zeit an die zuständigen Behördenvertreter weiter geleitet. 500 Entchen haben die Jugendlichen zum Wochenbeginn unters Volk gebracht.

Finanziert wurde die ungewöhnliche Protestkampagne mithilfe des Oberneulander Beirates. Rund 100 Euro haben die Herwanwachsenden investiert, von ihrer Freizeit abgesehen.

Für große Sanierungsmaßnahmen fehlen die Mittel

„Wir haben den Schülern natürlich nicht nur Entchen mit auf den Weg gegeben, sondern auch den dringenden Hinweis, sich bei der Fotoaktion keinesfalls in Gefahr zu begeben“, sagt Carina Albers, Begleiterin des Jugendbeirates und Sozialarbeiterin im Jugendfreizeitheim Sasu.

„Außerdem sollen alle Teilnehmer der Aktion die Gummitiere natürlich mitnehmen, nachdem sie abgelichtet wurden, schließlich wollen wir keine Umweltverschmutzung verursachen“, so die 27-jährige.

Aufmerksamkeit haben die Jugendlichen mit ihrem Vorhaben bereits erregt – sogar im Amt für Straßen und Verkehr. Dessen Sprecher Martin Stellmann wusste zumindest davon.

„Dennoch werden wir jetzt nicht mit dem ganz großen Sanierungsprogramm für die Oberneulander Verkehrswege um die Ecke kommen“, sagt er. Man habe in jüngster Vergangenheit jedoch schon Straßenzüge ausgebessert und viele Schlaglöcher gestopft. „Und wie auf der Planungskonferenz angekündigt, wird es im Rahmen unserer Mittel sukzessive weiter gehen“, so Stellmann.

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